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Sonntag, 17. Dezember 2017

Kommentar

Wir müssen in Systemen denken

Von Fabian Kurmann | 30. März 2017 | Ausgabe 13

Sie ist die heimliche Hoffnung vieler Visionäre, endlich das Problem mit der Energieversorgung zu lösen, ohne unkalkulierbare Risiken der Kernenergie und die Klimawirkung von Gas und Kohle. Strom aus Sonne und Wind, gespeichert in Wasserstoff.

Fabian Kurmann, Redakteur, findet Brennstoffzellen nur in einem regelbaren Energiesystem attraktiv.

„Die Energie von morgen ist Wasser, das durch elektrischen Strom zerlegt worden ist“, glaubte schon 1870 Jule Verne, als er das Buch „Die geheimnisvolle Insel“ schrieb.

Wasserstoff in Strom zu wandeln, ist die Domäne der Brennstoffzelle. Nur: Wenn man sich den Energiemarkt anschaut, spielen Brennstoffzellen kaum eine Rolle. Hier mal in einem Satelliten, dort mal in einem Auto und selten im Heizungskeller. Dabei ist die Technologie mittlerweile marktreif und ausreichend effizient, wenn man bei der Verbrennung des Wasserstoffs in der Zelle sowohl Strom wie Wärme nutzen kann.

Das Problem: Brennstoffzellen-Heizgeräte sind teuer und decken ohne zusätzliches Heizungsmodul nicht einmal den kompletten Wärmebedarf eines Hauses. Wenn sie dann auch noch statt Wasserstoff Erdgas verbrennen, sind sie nicht einmal CO2-neutral. Als Einzelkomponente ist die Brennstoffzelle für Endverbraucher in Deutschland einfach unattraktiv.

Erst wenn man die Geräte in ein regelbares System einbindet, erschließt sich das Potenzial der Zellen. In Kombination etwa mit einem Hydrolyseur und einem Wasserstofftank wird die Zelle zum Speichersystem für Wind- und Sonnenenergie, am besten selbst produziert.

Ein Brennstoffzellen-System kann nicht nur dem Hausbesitzer, sondern auch den Energienetzen nützen. So könnte durch die Vernetzung der einzelnen Anlagen bei Angebotsspitzen Strom in Wasserstoff gespeichert werden und bei Nachfragespitzen wieder abgerufen werden. Zusätzlich könnte die Wärme genutzt werden.

Sicherlich müsste sich ein Wasserstoffsystem am Ende gegenüber einer reinen Batterie- und Wärmepumpenlösung auch ökonomisch beweisen. Hier gilt es aber ehrlich zu rechnen: Während Batterien beispielsweise mit der Zahl der Ladezyklen an Leistung verlieren, bleibt die Leistungsfähigkeit der Brennstoffzelle nahezu unverändert.

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