Passwort vergessen?  | 
 |  Passwort vergessen?  | 
Suche
  • Login
  • Login

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Börsenspiel

Zehn Grüne gewinnen

Von Christoph Böckmann | 13. Juli 2017 | Ausgabe 28

Wer die höchste Rendite erzielt, wird fürstlich belohnt.

Börsenspiel (2)
Foto: panthermedia.net/IndianSummer

 

Der Startschuss ist gefallen. Ab sofort können sich die Ingenieure wieder miteinander messen. Wer den besten Aktienriecher hat, dem winken 1000 €. So gilt es sich jetzt bei unserem Börsenspiel anzumelden (siehe Kasten) und bis 31. Dezember mit dem eigenen Spieldepot möglichst viel Rendite zu erzielen. Dabei kann manchmal eine einzelne clevere Entscheidung reichen und die entscheidenden Prozente bringen.

Ingenieurfonds: 1000 € für den Sieger

In der vergangenen Runde (endete am 30. Juni) bewies Wolfgang den richtigen Aktienriecher. Der Teilnehmer aus Schwäbisch Gmünd sahnte vor allem mit der Lufthansa-Aktie ab. Das beförderte sein Spieldepot an die Spitze. Für die tolle Performance lassen wir es in seiner Geldbörse kräftig klingeln. 1000 € sind auf dem Weg zu Wolfgang.

Von den über 220 Werten, aus denen die Teilnehmer unseres Börsenspiels wählen können, lief die Lufthansa in den ersten sechs Monaten des Jahres am besten. Fast 65 % legten die Anteilscheine der Kölner Airline in diesem Zeitraum an Wert zu. Aktuell steht die Aktie bei über 20 €, so hoch wie seit drei Jahren nicht mehr.

Doch die Reisehöhe ist damit längst erreicht, meint Michael Thaler von der Top Vermögen AG, der das Börsenspiel betreut. „Die Lufthansa ist eingeklemmt zwischen den hochklassigen arabischen Airlines, deren Eigentümer sich mit niedriger Profitabilität zufriedengeben und den Billigfluglinien, die die Preise drücken. Außerdem fehlt es den Deutschen an Geld für neue Investitionen“, bemängelt der Betriebswirt. Ein Sinkflug sei also wahrscheinlicher, als dass die Anteilscheine noch weiter über die Wolken kämen.

Doch was sind die richtigen Aktien fürs Spieldepot? Themen, die in den nächsten sechs Monaten die Aktienmärkte bewegen könnten, sind der Ölpreis, die Entwicklung der Leitzinsen sowie die Bundestagswahl.

Anfang vergangenen Jahres kam es an dem deutschen Aktienmarkt zu einem heftigen Beben. Der Dax rauschte ins Bodenlose, fiel unter die 9000-Punkte-Marke. Als Ursache wurden schnell Aktienverkäufe arabischer Ölstaaten ausgemacht. Der Preisverfall des Rohstoffs beraubte sie ihrer Einnahmequelle und veranlasste einige der Förderländer, im großen Stil ihr Aktienvermögen zu veräußern, um wieder flüssig zu sein. Doch trotz aller Bekundungen der OPEC-Staaten, die Fördermengen zu drosseln und so Knappheit zu erzeugen, kommen die Preise für Brent und WTI nicht aus dem Keller. So sieht Analyst Thaler die Gefahr, dass die Länder erneut ihre Schatzkammern plündern könnten.

Was den Leitzins betrifft, war in den Protokollen der letzten Sitzung der US-Notenbank zu lesen, dass die angepeilte Inflationsrate von 2 % in weiter Ferne stünde. Börsianer vermuten deshalb, dass die nächste Leitzinserhöhung der US-Währungshüter ansteht. Der Arbeitsmarktbericht war hinreichend stark, um eine weitere Leitzinserhöhung schon im September zu unterstützen, erklärt die Deka Bank. Allerspätestens aber im Dezember soll es so weit sein, vermuten die meisten Experten.

Profiteure steigender Zinsen sind Banken. Denn dann wird das klassische Kreditgeschäft wieder rentabel. Die Kurse der großen US-Finanzinstitute legten in den letzten Monaten kräftig zu. In Übersee steht der Leitzins schon wieder bei 1 % bis 1,25 %, während er in Europa noch bei 0 % verweilt.

In Deutschland legte die Commerzbank im ersten Halbjahr fast 50 % an Wert zu. „Das starke Wachstum bei Privat- und Unternehmerkunden haben wir fortgesetzt“, freute sich Konzernchef Martin Zielke auf der Hauptversammlung im Mai. Bis 2020 wollen die Frankfurter 2 Mio. neue Kunden gewinnen. Dabei wird die Commerzbank sowie alle europäischen Geldhäuser früher oder später wieder von steigenden Zinsen profitieren. Kreditinstitute, die Analyst Thaler für das Spieldepot für interessant hält, sind die PNB Paribas sowie die Société Générale. „Sie haben ordentliche Bücher und einen guten Mix aus nord- und südeuropäischen Investments.“

Von der Wahl im September erwartet Thaler keine großen Überraschungen für die Aktienmärkte. Je nachdem wie das neue Parlament aussieht, könnten aber beispielsweise die großen Energieversorger durch ein Konjunkturprogramm in Form einer Kapazitätsreserve profitieren, vermutet er.

stellenangebote

mehr