27.05.2011
Automobil & Straßenverkehr
Reifen: Michelin präsentiert einen sich selbst reparierenden Pneu
Ausrichter Michelin nutzte die „Challenge Bibendum“ in Berlin (18. bis 22. Mai) zur Präsentation eines sich selbst reparierenden Pkw-Reifens. Die neuartige feste Gummischicht unter der Lauffläche im Reifeninneren versiegelt Schäden durch eindringende Fremdkörper sofort. Sicherheit, Langlebigkeit und die Laufeigenschaften bleiben laut Hersteller durch die Gummimasse im Reifeninneren unbeeinflusst. Da kein Ersatz mehr mitgeführt werden müsse, würden obendrein Fahrzeuggewicht und Verbrauch sinken. Neben der Vermeidung von lästigen Pannen liegt der Hauptnutzen laut Michelin im Ressourcenschutz. Während in Europa alle 75 000 km ein „Plattfuß“ drohe, sei dies in Südostasien wegen der schlechten Infrastruktur teils alle 3000 km der Fall. PT/WOP
Wasserstoffeinsatz: Air Liquide und Honda sind jetzt Clean-Energy-Partner
Die „Clean Energy Partnership“ (CEP) meldet Zuwachs. Mit Air Liquide und Honda sind zwei weitere Konzerne dem Industriebündnis beigetreten, das den Ausbau der Wasserstoffmobilität in Deutschland betreibt und im Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien (NIP) unter Realbedingungen erprobt. Air Liquide gab auf der „Challenge Bibendum“ bekannt, hierzulande noch 2011 fünf Wasserstofftankstellen (700 bar) zu eröffnen. Neben Standorten in Berlin und Hamburg soll in Düsseldorf die erste öffentliche Wasserstofftankstelle Nordrhein-Westfalens entstehen. Honda bringt sein Brennstoffzellenmodell FCX Clarity in die CEP ein. Der Hersteller forscht und entwickelt seit 25 Jahren an Brennstoffzellen-Stromern. „Das ist nach unserer Überzeugung der beste Weg, um die CO2-Emissionen im Straßenverkehr zu reduzieren“, erklärte Honda-Motor-Europe- Vorstand Ken Keir in Berlin. PT/WOP
Fahrerloses Fahren: Karlsruher Forscher siegen in Helmond
Team AnnieWAY heißt der Sieger der Grand Cooperative Driving Challenge, zu der sich am 15. Mai Forscher von elf europäischen Instituten im niederländischen Helmond trafen. Bei diesem Wettbewerb treten Fahrzeuge zur autonomen Kolonnenfahrt in wechselnder Reihenfolge an. Ohne Fahrer absolvieren sie in enger Kolonne Beschleunigungs- und Bremsmanöver bis zu 80 km/h wie im echten Verkehr. Das Fahrzeug, das dabei am schnellsten reagiert und am wenigsten Straßenraum beansprucht, gewinnt. Das Siegerfahrzeug vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) vernetzt u. a. Daten von Stereokamera und Laserscanner mit Navigations-, Geschwindigkeits- und Beschleunigungsdaten. Mit den anderen Fahrzeugen kommuniziert es per WLAN. Sein Bordcomputer ermittelt anhand der fusionierten Informationen in Echtzeit die Position umgebender Verkehrsteilnehmer, prognostiziert die weitere Entwicklung der Situation und stimmt sein Fahrverhalten darauf ab. Forscher gehen davon aus, dass Fahrer in 20 bis 30 Jahren zeitweise die Fahrzeugkontrolle an Assistenzsysteme abgeben werden. PT/WOP
Sicherheit: Continental setzt auf Stereokameras bei Umfelderfassung
Continental setzt auf Stereokameras. Sie sollen helfen, Unfällen mit Fußgängern, kreuzenden Fahrzeugen oder mit verlorener Ladung vorzubeugen, bei denen jeder zweite Schwerverletzte im Straßenverkehr zu Schaden kommt. „Wir müssen neue Wege der Umfeld-Erfassung gehen“, so Dr. Andreas Brand, der in der Continental-Division Chassis & Safety den Geschäftsbereich Passive Sicherheit leitet. Stereokameras seien einer dieser Wege. Mit ihren zwei „Augen“ erkennen sie Hindernisse und können Entfernung und Größe per Bildverarbeitung binnen weniger Bildsequenzen exakt bestimmen. Wie Monokameras unterstützen sie auch Systeme zur Spurhaltung, zur Lichtsteuerung oder zur Erkennung von Verkehrszeichen. „Wir gehen davon aus, dass Stereokameras einen Trend setzen und mittel- bis langfristig in Fahrzeugen aller Segmente verfügbar sein werden“, so Brand. Das Conti-System basiert auf zwei hochauflösenden Cmos-Monokameras, die in circa 20 cm Abstand voneinander hinter der Windschutzscheibe installiert sind. Die doppelte Perspektive erlaube es, Objektabstände und -größen bei 30 m Abstand auf 20 cm bis 30 cm genau zu messen – laut Conti auch bei mehreren Objekten und schwachem Kontrast (Dämmerung). Das System kann eine Kollision genau vorhersehen, eine Vollbremsung und viele weitere Schutzmaßnahmen auslösen. PT/WOP
VDI nachrichten, Düsseldorf, 27. 5. 11
wpester@vdi-nachrichten.com