25.11.2011

Datenspeicherung setzt massiv auf Flash

Datenspeicherung: Noch immer wachsen die Datenmassen ungebremst, ebenso wie Anforderungen an Schnelligkeit, Effizienz und Verfügbarkeit der IT-Infrastruktur - ob nun im eigenen Rechenzentrum oder in der Cloud. Lösungen, um diese Herausforderungen zu bewältigen, gibt es von vielen Anbietern.

VDI nachrichten, Düsseldorf, 25. 11. 11, jdb

Einer der wichtigsten Trends in der Speichertechnologie ist der unaufhaltsame Siegeszug der Flash-Speicher. Sie und innovative Architekturen sollen die Ein-/Ausgabeoperationen beschleunigen. Das zeigte sich auf der Multikongressmesse Storage Networking World/Virtualization World/Datacenter Technologies in Frankfurt. Hersteller wie Viking, Violin oder Fusion I/O haben zwar unterschiedliche Technologien, machen aber allesamt Flash zu einem tragenden Bestandteil der Storage-Infrastruktur.

Viking setzt dabei auf SSD-Module, die in die freien Ram-Steckplätze direkt im Server passen, statt die raren Einbaukapazitäten für Festplatten zu beanspruchen. Das Produkt ArxCis-NV etwa kombiniert DRAM, Flash-Speicher und einen Superkondensator. Fällt der Strom aus, überbrückt die Kapazität die Zeit, die es braucht, die Daten vom Dram in den Flash zu verschieben, wo ihnen der Stromausfall nichts mehr anhaben kann. Das ersetzt unter Umständen eine unterbrechungsfreie Stromversorgung.

Violin adressiert Themen wie Datenbankbeschleunigung oder Hochverfügbarkeit. In den Rack-tauglichen Boxen des Herstellers stecken 20 TByte SSD-Speicher, der mittels eines patentierten Mechanismus ohne vorheriges Löschen der Speicherzellen beschrieben werden kann. Die Zugriffsleistung über einen vom Server nach außen geführten PCI-Anschluss liegt bei 250 000 Ein-/Ausgaben pro Sekunde. Die Boxen werden paarweise für 60 000 € angeboten.

Besonders ausufernd vermehren sich unstrukturierte Daten in den Unternehmen, was zu verbesserten Lösungen im Bereich der Netzwerkspeicher (NAS Network-attached Storage) führt. Ein Beispiel ist Avere mit seinen skalierbaren FTX-Appliances. Jede Box bietet die drei Speicherschichten Ram, SSD und SAS. Per Ethernet-Verbindungen eröffnen sie den Zugriff auf NAS-Daten, auch wenn diese auf einem räumlich entfernten Speicher liegen. Oft angefragte Daten werden in einer der drei Speicherschichten einer Caching-Appliance oder auf externen Harddisks abgelegt. Dabei entscheidet das globale Filesystem, wo die Daten landen.

Stromsparer dürfte es freuen, dass die Storage Networking Industry Association (SNIA) zur Messe in Frankfurt endlich die Freigabe der detaillierten Stromverbrauchs-Testroutinen im Rahmen des Zertifizierungsprogramms SNIA Emerald verkündete. Die Tests sind freiwillig und werden von den Herstellern selbst durchgeführt. Wie schnell sich so gemessene Stromverbrauchsangaben auf den Datenblättern finden, hängt sicher auch davon ab, ob Anwender diese Informationen einfordern.

In Rechenzentren und Cloud-Umgebungen ist meist nicht Strom, sondern Personal knapp. Effizienz und einfache Handhabung werden daher immer wichtiger. Das haben inzwischen auch die Hersteller verstanden. Ein Beispiel ist die Wahl der Verbindungstechnik. Multiprotokoll heißt hier die Zukunftsstrategie: Der Anwender kann grundsätzlich alle wichtigen Protokolle nutzen, ohne dafür neue Geräte oder Zusatzmodule zu brauchen.

Die Vereinfachung betrifft auch die Managementebene der Cloud. In Frankfurt präsentierte sich z. B. mit Flexiant ein Hersteller, dessen Software Extility ähnliche Funktionen ausübt wie VMwares vCloud Director. Es ist ein Komplettprodukt, das die Infrastruktur für rund 1200 € im Monat pro Knoten administriert. Cloud-Betreiber können so einen Teil ihrer Infrastruktur auf VMware laufen lassen, für einen anderen alternative Technologien nutzen, das Ganze aber trotzdem einheitlich verwalten. Das befreit aus der Abhängigkeit der großen Anbieter, die natürlich am liebsten Infrastrukturen ausschließlich aus ihren Produkten sehen würden.   A. RÜDIGER

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