10.02.2012
Deutschland wächst nachhaltig mit seiner Umweltwirtschaft
Umwelt: Mit dem Umweltwirtschaftsbericht 2011 zeigen Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt, dass Deutschland auf einem guten Weg zu umweltverträglichem Wachstum ist. Dabei hat sich nachhaltiges Engagement für den Umweltschutz in den Unternehmen zugleich zu einer außerordentlichen wirtschaftlichen Erfolgsgeschichte entwickelt.
VDI nachrichten, Berlin, 10. 2. 12, Si
„Deutschland wächst immer nachhaltiger“, bilanzierte Bundesumweltminister Norbert Röttgen Ende Januar aus dem kürzlich gemeinsam mit dem Umweltbundesamt (UBA), Dessau-Roßlau, veröffentlichten Umweltwirtschaftsbericht 2011. Er zeigt, dass Deutschland auf dem Weg zu neuem, umweltverträglichen Wachstum schon erhebliche Fortschritte gemacht hat.
Heute werden nach Angaben des Bundesumweltministeriums in Deutschland deutlich weniger Rohstoffe, Flächen und Energie zum Erwirtschaften der gleichen Erträge benötigt und weniger Schafstoffe ausgestoßen als noch vor zehn Jahren. So sei beispielsweise zwischen 1990 und 2010 die Energieproduktivität um 38,6 % und die Rohstoffproduktivität sogar um 46,8 % gestiegen. Erfreuliche Entwicklungen habe es auch bei den Luftschadstoffemissionen gegeben: Sie hätten im Berichtzeitraum gegenüber 1990 um 56,4 % verringert werden können.
Bei der Verwertung von Abfällen und seiner umweltfreundlichen Beseitigung ist Deutschland ebenfalls Vorbild: Rund 90 % der Bauabfälle und 63 % der Siedlungs- und Produktionsabfälle werden nach den UBA-Angaben bereits recycelt. „Der Umweltwirtschaftsbericht belegt, dass Umweltschutz in Deutschland eine außerordentliche wirtschaftliche Erfolgsgeschichte ist“, hob Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes, die Bedeutung des „Wirtschaftsmotors Umweltschutz“ hervor, ohne den Deutschland schlechter über die Krise gekommen wäre.
Große Beschäftigungschancen liegen laut Flasbarth künftig vor allem beim Klimaschutz und der Steigerung der Ressourceneffizienz. Auch die Perspektiven beim Export von Umwelt- und Effizienztechnologien seien hervorragend, weil die globalen Märkte für diese Technologien in den nächsten Jahrzehnten weit überdurchschnittlich wachsen werden, so Flasbarth. Deutschland sollte daher den Weg in eine Green Economy auch aus wirtschaftlichen Gründen entschlossen fortsetzen.
Der Bericht dokumentiert die kontinuierlich zunehmende Bedeutung der Umweltwirtschaft als Querschnittsbranche innerhalb der deutschen Wirtschaft und bestätigt die Vorreiterrolle deutscher Unternehmen auf diesem Gebiet. Die Produktion von Umweltschutzgütern in Deutschland erreicht laut dem Bericht inzwischen ein Produktionsvolumen von fast 76 Mrd. € und mit einem Welthandelsanteil von 15,4 % liegt Deutschland auf einem Spitzenplatz beim Export von Umweltschutzgütern.
Nach jüngsten Berechnungen gibt es mit knapp 2 Mio. Beschäftigten in der Umweltwirtschaft einen neuen Höchststand. „Diesen Trend“, so Röttgen, „wird die Energiewende noch deutlich beschleunigen.“
Zugpferd dieser dynamischen Entwicklung waren und bleiben nach Ansicht des Bundesumweltministers die erneuerbaren Energien. Beispielsweise soll sich der Weltmarkt für umweltfreundliche Energietechnologien nach einer Prognose von Roland Berger bis 2020 fast vervierfachen. Für die erneuerbaren Energien wie Photovoltaik, Solarthermie, Biogasanlagen und Windenergie werden dabei jährlich weltweite Umsatzwachstumsraten von 15 % bis über 30 % erwartet.
Die Zukunftsdynamik nachhaltiger Produktion wird durch ein weiteres interessantes Ergebnis des vorgelegten Berichts unterstrichen: In der Umweltwirtschaft wird außergewöhnlich häufig, intensiv und kontinuierlich geforscht. Fast 80 % der Produktionsbereiche in der Umweltbranche wurden als besonders forschungs- und wissensintensiv erachtet. Ziel sei deshalb, Innovations- und Umweltpolitik sinnvoll zu verzahnen und gleichzeitig neue Märkte für Umwelttechnologien zu erschließen. Si