21.10.2011
Finanzplanung: Vorfahrt für die betriebliche Altersvorsorge
Finanzplanung: Merten Jung, der Gewinner unseres Finanz-Coachings, legt großen Wert auf eine finanziell sichere Zukunft. Deshalb verlässt er sich nicht allein auf die gesetzliche Rentenversicherung, sondern nutzt auch die betriebliche Altersvorsorge. „Vorbildlich!“,lobt Finanzcoach Udo Schindler, Vorstand der KSW Vermögensverwaltung.
VDI nachrichten, Düsseldorf, 21. 10. 11, ps
Rente mit 67 – das bedeutet für Entwicklungsingenieur Merten Jung, dass er regulär erst in knapp 30 Jahren in den Ruhestand gehen dürfte. Stand heute. „Ich erwarte, dass die Politik in den kommenden Jahren noch an einigen Stellschrauben drehen muss, damit das umlagefinanzierte System nicht zusammenbricht“, merkt Udo Schindler kritisch an. Nach seiner Einschätzung wird diese erste Säule der Altersversorgung bestehen bleiben, aber an Bedeutung verlieren.
„Klar ist schon heute, dass die Leistungen der gesetzlichen Rentenkasse allein nicht reichen werden, den Lebensstandard zu halten, den man während der Berufsphase hatte“, betont der Nürnberger Vermögensverwalter. Zusätzliche Vorsorge ist also angeraten. Zumal, wenn man wie VDI nachrichten-Leser Merten Jung in Betracht zieht, eventuell etwas früher in Rente zu gehen.
Privat baut der Münchener in erster Linie mit einer vermieteten Eigentumswohnung Kapital auf. Daneben schöpft Merten Jung die verschiedenen Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge aus. BMW hat dem Ingenieur eine Betriebsrente zugesagt, dazu hat Jung vor wenigen Jahren eine Direktversicherung abgeschlossen und schließlich zu Jahresbeginn eine weitere Entgeltumwandlung vereinbart.
„Die Angebote des Arbeitgebers sollte man immer vorrangig nutzen“, bestätigt Finanzplaner Schindler. Ein wesentlicher Vorteil liege in der staatlichen Förderung: In der Sparphase bleiben Beiträge bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze sozialabgaben- und steuerfrei. Rund 220 € pro Monat sind das in diesem Jahr.
Die ausgezahlten Leistungen muss der Rentner dafür später versteuern – dann aber häufig mit einem geringeren Steuersatz als während der Berufstätigkeit mit hohem Arbeitseinkommen. Schindler: „Dieser Stundungseffekt überwiegt selbst eventuelle Renditenachteile der betrieblichen gegenüber privaten Vorsorgeformen.“
„Ich bin ein Fan des Zwangssparens“, nennt der Finanzcoach einen weiteren positiven Aspekt der betrieblichen Altersvorsorge. „Einen Dauerauftrag vom eigenen Konto setzt man leichter mal aus oder kündigt ihn ganz und spart deshalb nicht so diszipliniert.“ Beim Zwangssparen via Entgeltumwandlung sei der Aufwand zu kündigen größer als bei einem üblichen Konto- oder Fondssparvertrag.
Für seine Arbeitnehmer investiert BMW den umgewandelten Gehaltsteil und zusätzlich noch den im Einzelfall ersparten Anteil an den Sozialversicherungsbeiträgen in Aktienfonds. Das Wichtigste aber: Die durch Entgeltumwandlung gezahlten Beiträge werden durch den Arbeitgeber garantiert – diese Rente ist also tatsächlich sicher, selbst bei einer Insolvenz des Arbeitgebers. Denn in diesem Fall springt der Pensionssicherungsverein für das zahlungsunfähige Unternehmen ein.
Die Leistungen aus dieser Form der Betriebsrente muss der Arbeitgeber jedes Jahr um mindestens 1 % anpassen. Damit ist ein teilweiser Inflationsausgleich gewährleistet. Sollte der Münchener Ingenieur seinen Arbeitgeber später einmal wechseln, kann er die bis dahin entstandene Anwartschaft aus der Entgeltumwandlungszusage auf den neuen Arbeitgeber übertragen lassen.
Die Übertragbarkeit wurde vor einigen Jahren für alle Durchführungswege der betrieblichen Altersvorsorge festgeschrieben, also auch für die Direktversicherung, die Merten Jung zu den bis Ende 2004 gültigen Konditionen abgeschlossen hat. Danach werden Beiträge bis maximal 1752 € jährlich pauschal mit 20 % versteuert – also deutlich unter dem Grenzsteuersatz von Ingenieur Jung.
Da der Beitrag aus Sonderzahlungen (Weihnachtsgeld) stammt, entfallen zudem die Sozialversicherungsprämien. Die Kapitalauszahlung bei Fälligkeit bleibt zudem steuerfrei.
Ob die Versicherung von Merten Jung die angegebene Zielrendite von 4,9 % tatsächlich erreichen kann, bezweifelt Vermögensprofi Schindler. „Klassische Lebensversicherungen haben im vergangenen Jahr im Schnitt 4,3 % Rendite erwirtschaftet. Aber die Direktversicherung rentiert sich auf Grund der Förderung prinzipiell besser.“
Wer eine Direktversicherung nach dem 1. 1. 05 abgeschlossen hat oder noch abschließt, muss die Kapital- oder Rentenleistungen als sonstige Einkünfte in voller Höhe mit dem individuellen Steuersatz versteuern. Dafür bleiben die Beiträge in der Sparphase steuerfrei.
MARTIN VOLMER
Professionelle Finanzplanung -- Die Leseraktion der VDI nachrichten
-„Finanzplanung zu gewinnen“ titelten die VDI nachrichten im November vergangenen Jahres. Aus zahlreichen Bewerbern wurde Merten Jung, Entwicklungsingenieur bei BMW, ausgelost. Seit Jahresanfang unterstützt ihn Vermögensverwalter Udo Schindler bei seiner Finanzplanung.
-Über die Erfahrungen von Merten Jung sowie die Empfehlungen von Vermögensprofi Schindler berichten die VDI nachrichten in loser Folge. Alle Artikel zu der Aktion im Netz unter der unten angegebenen Adresse. mav
www.vdi-nachrichten.com/vermoegenscoach
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Meinungen: 2
Ralf Krüdewagen gab folgende Meinung ab
Sonntag, 23. Oktober 2011
Nachtrag zu meinem Beitrag von gestern.
Hier noch ein paar Quellen zu den Überraschungen der betrieblichen Altersvorsorge bei Auszahlung:
Frontal21-Sendung:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1360802/Verluste-fuer-Versicherte
http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/geld-und-leben-das-sozialmagazin/schnaeppchenvergleich-altersvorsorge-krankenversicherung-ID1290505881317.xml
http://www.swr.de/marktcheck/finanzen/betriebsrente-kassenbeitraege/-/id=2249106/nid=2249106/did=7059440/1w8dovx/index.html
Nun würde ich gerne mal eine neue Renditeberechnung sehen im Rahmen der Finanzcoaching-Serie. Die Gesamtrendite wird nach 30 Jahren Einzahlung selbst im günstigsten Fall nicht über 3,6% liegen, auch wenn der Vertrag noch einen Garantiezinssatz von 4% hat. Beispiel-Rechnung und weitere Meinungen dazu unter http://www.kruedewagen.de/blog/2010/10/16/neues-urteil-zu-krankenversicherungsbeitraegen-bei-direktversicherungen/
Ralf Krüdewagen gab folgende Meinung ab
Samstag, 22. Oktober 2011
Mich würde interessieren, warum der Vermögensverwalter nicht darüber aufgeklärt hat, dass bei Auszahlung der betrieblichen Altersvorsorge der volle Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung fällig wird. Das sind derzeit ca. 17.5%, wobei dies nur für gesetzlich Versicherte gilt. Von 100.000? Kapitalauszahlung werden also bei Fälligkeit ca. 17.500? der Krankenkasse überwiesen (über 10 Jahre gestreckt). Und wie hoch die Beitragssätze in 30 Jahren sein werden, kann heute niemand sagen.
Die Direktversicherung rentiert sich nach heutiger Sicht nur, wenn man bis zum Ende durchhält, die Steuerersparnisse in der Ansparphase konsequent in einen parallel laufenden Sparvertrag einzahlt, man immer am Grenzsteuersatz verdient und in der Ansparphase möglichst noch Sozialabgaben spart, also unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze verdient, was für Ingenieure eher unwahrscheinlich ist und auch mit "nahe am Grenzsteuersatz verdienen? kollidiert.
Ich persönlich würde heute keine Direktversicherung mehr abschließen und rate daher ab. Aus Sicht einer Vermögensverwaltung mag das sicherlich anders sein, weil private Vorsorge ein Riesengeschäft ist. Gesellschaftlich betrachtet ist betriebliche Altersvorsorge in jetziger Form eigentlich Unfug.
Schöne Grüße
Ralf Krüdewagen