16.12.2011
„Ingenieure liefern robuste Lösungen“
Initiative: „Ingenieure helfen der Welt“ heißt die neue Aktion der VDI nachrichten und der Spendenplattform betterplace.org. Ingenieure können hier gemeinnützige Projekte vorstellen. Die VDI nachrichten unterstützen die Initiative mit 15 000 €. Koordinatorin Nicole Freiberger vom VDI Zentrum Ressourceneffizienz schildert, welchen Nutzen Ingenieure von der Aktion haben.
VDI nachrichten, Düsseldorf, 16. 12. 11, rus
VDI nachrichten: Frau Freiberger, wo engagieren sich Ingenieure mit gemeinnützigen Projekten?
Nicole Freiberger: Ingenieure finden Sie an vielen Orten der Welt, wo man mit einfachen, robusten Techniken das Leben der Menschen erleichtern kann. Wenn Menschen sauberes Wasser, Infrastrukturen, Energie brauchen oder sich vor Krankheiten schützen wollen, dann können Ingenieure Lösungen anbieten, die der Situation der Menschen angepasst sind.
Engagieren sich Ingenieure vor allem in Entwicklungsländern oder auch in Deutschland?
In Entwicklungsländern geht es darum, die Grundbedürfnisse der Menschen zu erfüllen. Da spielen Ingenieure eine ganz entscheidende Rolle. In Deutschland geht es mehr darum, das Verständnis für technischen Wandel zu verstärken, etwa, wenn Ingenieure in Schulen und Kindergärten Interesse für Technik wecken.
Was sind „typische” gemeinnützige Ingenieurprojekte?
Auf der Spendenplattform betterplace.org, mit der die VDI nachrichten kooperieren, stellen Ingenieure bereits Projekte in Entwicklungsländern vor, bei denen es um Brunnenbau, Solarstrom, sauberes Wasser, Latrinenbau oder auch den Bau einfacher Brücken in armen Gegenden geht. Bei all diesen Projekten geht es darum, robuste Techniken zu entwickeln, die die Menschen vor Ort auch beherrschen können.
Unser Ziel ist es, dass sich noch mehr Ingenieure aufgerufen fühlen, ihr Wissen für eine gute Sache einzusetzen. Die Aktion soll helfen, das notwendige Kapital und die notwendige Aufmerksamkeit zu bekommen.
Gibt es gute Ideen, die an Geldmangel scheitern?
Das Wichtigste sind die Idee und das Engagement der Ingenieure. Aber ohne Geld geht’s auch nicht.
Welche Chancen haben denn Projekte, die sich auf betterplace.org vorstellen?
Wenn es um Hilfe geht, denkt man oft nur an mildtätige Projekte. Jetzt können wir zeigen, dass man mit Technik und guten Ideen eine Menge für Klima, Umwelt, Ressourcenschutz und die Verbesserung der Lebensbedingungen tun kann. Die Projekte werden ja auf betterplaces.org laufend beschrieben und weiterentwickelt. Menschen, die sich ein Projekt vor Ort angeschaut haben, können Fürsprecher werden und über ihre Eindrücke online berichten. So hat man wirklich die Gewissheit, dass ein Projekt funktioniert und wirkt. Und die besten Ideen werden in den VDI nachrichten vorgestellt.
Kann die Berichterstattung in den VDI nachrichten Projekte anschieben?
Die zirka 300 000 Leser der VDI nachrichten werden über die teilnehmenden Projekte informiert. Wir setzen auf die Ingenieure und ihre Netzwerke, die dieses Forum nutzen können, um technische und finanzielle Unterstützung für ihre Projekte zu bekommen. Außerdem loben die VDI nachrichten selbst 15 000 € für die besten Ideen aus.
Kennen Sie gute Beispiele für Hilfsprojekte von Ingenieuren?
Auf vdi-nachrichten.com/ingenieure sieht man schon die ersten Beispielprojekte, etwa ein Solarstromprojekt in Afrika oder den Bau von Brunnen in Haiti. Viele Lösungen sind ja schon da, aber sie brauchen Raum und müssen bekannter werden. Ideen sind unersetzlich für die Aufgaben, die wir lösen müssen. Wir sind sehr gespannt, was Ingenieure in der Welt leisten.
AXEL MÖRER-FUNK