30.10.2009
Neue Immobilienfonds versprechen grüne Rendite
Geldanlage: Historisch niedrige Hypothekenzinsen sind eine Chance bei der Investition in Gebäude, hohe Öl- und Gaspreise ein Risiko. Eine Situation wie geschaffen für nachhaltige Immobilienfonds. Gleich drei Anbieter sind neu auf den Markt gekommen. VDI nachrichten, Düsseldorf, 30. 1o. 09, sta
Industrie, Autos und Flugzeuge gehören zur Spitze der Klimasünder. Getoppt werden sie aber von den 160 Mio. Gebäuden in der EU. Sie allein verursachen schon 40 % des gesamten Primär-Energieverbrauchs auf dem alten Kontinent.
Wichtig für den Klimaschutz ist deshalb der Umbau bestehender Häuser. Die Politik beschränkt sich hier auf Fördermittel. Das zuständige Bundesbauministerium erklärt vollmundig: "Durch die von 2006 bis 2008 finanzierten Investitionen mit einem Volumen von 35,5 Mrd. € konnten über 800 000 Wohnungen umfassend energetisch saniert bzw. energieeffizient errichtet werden." Das sind aber gerade einmal 2 % des Gesamtbestandes. Die private Immobilienwirtschaft ist - abgesehen von Einzelfällen - tatenlos. "Das rechnet sich nicht", ist immer wieder zu hören.
Dabei können grüne Häuser lukrativ sein. Einziger Anbieter nachhaltiger Immobilienfonds war bis zuletzt der Freiburger Architekt Rolf Disch. Die Fonds seiner Solarsiedlung sind ausverkauft. Die Rendite beläuft sich auf rund 6 %.
Nun endlich treten neue Akteure in den Markt ein. So wird sich die im Mai gegründete KlimaGut Immobilien AG ganz dem Thema "Nachhaltige Sanierung von Gebäuden" widmen. Ihr geht es zunächst um Berliner Mietshäuser. Schwerpunkt der ökologischen Ausrichtung ist ein Energiekonzept, das Energiesparmaßnahmen mit dem Einsatz von Biokraftstoffen in Blockheizkraftwerken kombiniert. Ziel ist eine klimaneutrale Wärme- und Stromversorgung.
KlimaGut-Mitgründer und Vorstand Fabian Tacke will zunächst einmal 3 Mio. € bei erfahrenen privaten und institutionellen Anlegern einsammeln. Dabei richtet sich das Augenmerk auf Beteiligungen ab 50 000 €. Das eingesammelte Kapital soll zu 95 % zum Immobilienkauf genutzt werden. Ab nächstem Jahr soll die KlimaGut Immobilien AG dann geschlossene nachhaltige Immobilienfonds für Anleger anbieten.
Den nach eigenen Angaben weltweit ersten nachhaltigen Immobilienaktienfonds hat die Bank Sarasin aus Basel auf den Markt gebracht. Der "Sarasin Sustainable Equity - Real Estate Global" setzt auf Unternehmen, die Sarasin als Vorreiter in nachhaltigem Bauen und Bewirtschaften von Immobilien einschätzt. Die Titelauswahl erfolge unter Berücksichtigung ökologischer und sozialer Kriterien. Der Fonds investiert weltweit in börsennotierte Unternehmen des Immobiliensektors sowie in geschlossene Immobilienfonds. Die Bank Sarasin sieht in steigenden Energiekosten und in Treibhausgasen die größten Herausforderungen für die Immobilienbranche. Daneben betont sie die Bedeutung des Stadtbilds, den Verzicht auf gesundheitsschädliche Baumaterialien und die Anbindung an den öffentlichen Verkehr. (Sarasin Sustainable Equity - Real Estate Global: ISIN LU 0288928376).
Ein weiterer Fonds ist bereits seit langem am Markt, schwenkt aber nun auf Nachhaltigkeit um: Der "TMW Weltfonds" von Pramerica Real Estate (ISIN DE000A0DJ328). Sein Kurs ist seit 2008 ausgesetzt - eine Folge der Finanzkrise, als die Anleger in Scharen die Anteile von Immobilienfonds verkaufen wollten. Das Fondsmanagement hat in dieser Phase die Strategie geändert und auf Nachhaltigkeit umgestellt. Experten sollen nun den Gebäudemanagern helfen, Energie zu sparen, Baustoffe auszusuchen und Zukunftsfähigkeit zu wahren. Der Fonds soll bis Jahresende wieder regulär gehandelt werden. J. RÖTTGER
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