VDI nachrichten, Düsseldorf, 11. 4. 08, rb - Wissenschaftler der Uni Freiburg haben gemeinsam mit den VDI nachrichten eine der größten Studien zum RFID-Einsatz erstellt. Die Befragung von 102 deutschen RFID-Anwendern zeigt: Dort, wo die berührungslose Identifikationstechnik eingesetzt wird, ist sie außergewöhnlich erfolgreich.
Auf den ersten Blick wirken die Zahlen der Marktforscher gigantisch: Von 2006 bis 2016 soll die Menge der verkauften Transponder auf das 450-Fache anwachsen, der Gesamtmarkt für RFID einen Wert von weltweit 20,5 Mrd. $ erreichen. Das hat IDTechEx errechnet und legt dabei die Verkaufszahlen von Technologieanwendern zugrunde.
Glaubt man diesen Prognosen, dann scheint der Hype um die Radio-Frequency-Identification(RFID)-Technik berechtigt. Doch wie sieht es tatsächlich in den Unternehmen aus? Wie setzten sie die Funktechnik ein? Und wie lässt sich der Erfolg der Investitionen bemessen? Das wollten Wissenschaftler des Instituts für Informatik und Gesellschaft an der Uni Freiburg und auch die VDI nachrichten wissen.
"Wir haben einen Riesenaufwand getrieben", erklärt Jens Strüker, Projektleiter des RFID-Reports 2008, und freut sich: "Wir hatten das Glück, dass 102 RFID-Anwender geantwortet haben." Bei 10 % hat die Technik noch den Status eines Prototypen, 33 % sind in Pilotversuchen und immerhin 57 % der Anwender haben RFID im regulären Betrieb.
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Die vorliegende RFID-Studie zählt zu den größten ihrer Art. Zum Vergleich: Im Juni soll eine Studie der EU-Kommission erscheinen, die in 60 Unternehmen den Einsatz untersucht hat. Und, so Strüker: "Unsere Studie betrachtet zum ersten Mal in einem branchenübergreifenden Blick die Nutzung von RFID." Kleine und mittelständische Firmen waren ebenso dabei wie Großunternehmen. Ob verarbeitendes Gewerbe, Handel, Logistik, Automobil- oder Pharmaunternehmen - die Palette der befragten Anwender ist bunt.
Sicher, RFID ist noch keine Massenanwendung, attestieren die Freiburger, doch wo die Technik eingesetzt wird, erweist sie sich als erfolgreich. Bei der Mehrzahl konnten Leerläufe und Inventurkosten reduziert, Qualitätskontrollen, Durchlaufzeiten und Liefertreue deutlich verbessert werden.
"Die Breite der Anwendungen und Branchen, in denen die Technologie zu finden ist", so beschreibt Strüker eines der Resultate, "spricht für eine flexible und sehr nüchterne Art und Weise, wie Unternehmen RFID im Alltag nutzen."
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Eines der erstaunlichsten Ergebnisse des Reports: Eine RFID-Anwendung pro Unternehmen ist eher die Ausnahme. Auf die 102 Anwender kommen 492 Anwendungen. Dabei beschränken sich die Unternehmen nicht auf den Ersatz einfacher händischer Arbeiten wie dem Barcode-Scannen. Die besseren, exakteren Informationen über Ressourcen werden stark genutzt, um neue Dienste einzuführen - von der Just-in-Time-Produktion über die automatisierte Nachbestellung bis hin zu neuen Angeboten der Warenverfolgung.
Nach eineinhalb Jahren Forschung zieht Strüker ein positives Resümee. "Die Pioniere setzen die Technik für erstaunlich viele Dinge ein." RFID erweise sich daher weiterhin als bedeutender Treiber in der Automation von Geschäftsprozessen.
Die Anwender analysieren aber auch realistisch die Hürden. Sie liegen weniger in Sicherheitsbedenken oder Techniktücken - UHF- und HF-Systemlösungen gelten als ausreichend vorhanden. Die Integration in Geschäftsprozesse und IT-Infrastruktur ist im Nachhinein eine große Herausforderung. Nach den Erfahrungen der Pioniere dürften die Kosten für die Erprobung der Technologie ein großes Hindernis darstellen. Übrigens: Mehr als 70 % aller Anwender rechnen damit, dass sich ihre RFID-Investitionen innerhalb von nur vier Jahren amortisieren. RB
Die Studie komplett finden Sie unter: www.rfid-report-2008.de
Weitere Informationen finden Sie hier:
VDI nachrichten: Ist RFID nach Ihrer Einschätzung eine etablierte Technik?
Strüker: Die Antwort hängt u. a. von der Nutzung ab. Einfache Zugangskontrollen mit RFID z. B. gibt...