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VDI nachrichten-Studie: Angehende Ingenieure wünschen sich anspruchsvolle Projekte - Internationale Karrieren spielen allerdings keine große Rolle

Absolventen suchen innovative Arbeitgeber  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 14. 7. 06, Fr - Angehende Ingenieure wollen in einem innovativen Unternehmen arbeiten, anspruchsvolle Aufgaben lösen, aber nicht unbedingt Karriere machen. Dies sind Ergebnisse einer Umfrage unter 4700 deutschen Ingenieurstudenten, die demnächst von der Hochschule in den Beruf wechseln wollen.

Bei der Suche nach einem neuen Arbeitgeber sind für junge Ingenieure interessante Produkte, eine Vertrauen erweckende Unternehmensspitze und ein innovationsfreundliches Klima die entscheidenden Kriterien. Eine ausgeprägte Firmenkultur oder eine dynamische Organisation spielen für angehende der Ingenieure und Wirtschaftwissenschaftler eine eher untergeordnete Rolle. Dies sind Ergebnisse einer Umfrage unter 11 600 deutschen Studenten der Ingenieur-, Natur- und Wirtschaftswissenschaften.

Die 4700 angehenden Ingenieure und Naturwissenschaftler, die das schwedische Marktforschungsunternehmen Universum Communications erfasst hat, weichen bei ihren Präferenzen und Wünschen hinsichtlich der zukünftigen Karriere zum Teil erheblich von den Vorstellungen ihrer Studienkollegen mit wirtschaftswissenschaftlichem Hintergrund ab.

Die angehenden Ingenieure, haben die Marktforscher herausgefunden, sehen und vermarkten sich als verantwortungsbewusste, analytische und flexible Mitarbeiter in spe. Sie geben wesentlich häufiger als die Wirtschaftswissenschaftler an, neugierig zu sein, jeder vierte hat sich nach dem Studienabschluss die Entwicklung neuer Produkte auf die Fahnen geschrieben.

Darum ist es für diese Gruppe auch so wichtig, dass der zukünftige Arbeitgeber innovativ ist. Die meisten der angehenden Ingenieure wollen in der akademischen Forschung arbeiten, auf den weiteren Plätzen folgen bereits die Unternehmen der Automobilindustrie sowie Luft- und Raumfahrt.

Auch in der Rangliste der idealen Arbeitgeber spiegelt sich der Wunsch nach Kreativität wieder: Die Teilnehmer der Studie träumen von den unbegrenzten Möglichkeiten eines Gobal Players. BMW, Siemens, Porsche und Audi belegen die ersten Plätze.

Roger Manfredsson, Country Manager bei Universum Communications zieht folgende Schlüsse aus der Studie: "Die Absolventen der Ingenieurwissenschaften sind bei der Jobwahl eine Klasse für sich."

Sie interessieren sich nicht unbedingt für einen raschen Karriereaufstieg oder Chefposten und haben immer schon, anders als die Wirtschaftswissenschaftler, durchblicken lassen, dass ihr berufliches Engagement in der Regel nur so weit gehen wird, wie sich mit Privatleben und persönlichen Interessen vereinbaren lässt."

Welche Angebote aber sprechen Ingenieure nun an? Manfredsson fasst die Ergebnisse der Umfrage zusammen: "Diese Zielgruppe fühlt sich vor allem dann angesprochen, wenn ein Unternehmen Raum bietet für innovatives und kreatives Arbeiten."

Ein weiteres Plus sei ein geregeltes, überschaubares Arbeitsumfeld. Eher chaotische Situationen, die ein gewisses Organisations- und Managementtalent voraussetzten, würden vom Wirtschaftsnachwuchs häufig als interessante Herausforderung angenommen, Ingenieure dagegen würden lieber in Ruhe arbeiten.

Es gibt natürlich noch weitere Faktoren, die bei der Jobwahl für den ingenieurwissenschaftlichen Nachwuchs eine erhebliche Rolle spielen. Angesprochen auf persönliche Karriereziele, die die Kandidaten in einem Unternehmen mittelfristig realisieren möchten, landeten die Bewältigung anspruchsvoller Aufgaben bzw. das Gleichgewicht zwischen Privatleben und Karriere auf den beiden Spitzenplätzen. Erst dann taucht der Wunsch nach einer "guten finanziellen Basis" auf.

Bei einem Blick auf konkrete Angebote, mit denen junge Ingenieure während eines Bewerbungsprozesses angelockt werden können, rutscht die attraktive Vergütung allerdings auf den zweiten Rang, den Spitzenplatz hält aber auch hier der Wunsch nach interessanten Arbeitsaufgaben. Das sehr ausgeprägte Verlangen nach einer sicheren Anstellung korrespondiert dabei mit der Sehnsucht nach einem Gleichgewicht zwischen Privatleben und Karriere.

"Am liebsten wollen die Ingenieure und Naturwissenschaftler", fasst Roger Manfredsson die Erkenntnisse der Studie zusammen, "in einem etablierten Unternehmen mit Markterfolg, sozialem Verantwortungsbewusstsein und einer überzeugenden Führungscrew arbeiten."

Unternehmen wie BMW, Siemens, Porsche Audi oder Bosch scheinen diesen Vorstellungen sehr nahe zu kommen. Wohl deshalb landen sie bei der Universum-Umfrage ebenso wie bei vergleichbaren Studien auf den Spitzenplätzen.

Ein Rätsel allerdings bleibt: Wie wollen sich junge Ingenieure in einem globalen Konzern durchsetzen, wenn bei der Frage nach attraktiven Arbeitgeber-Angeboten der Wunsch nach einer internationalen Karriere gerade mal auf den mittleren Plätzen landet? Fr/RM

Die ausführliche Studie, die im August erscheinen wird, kann kostenlos bei pkoether@vdi-nachrichten.com
bestellt werden.

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