3.12.2009 - Wenn die Mitarbeiter des Europäischen Patentamtes (EPA, Foto) ihren Vorgesetzten selbst wählen könnten, würden sie sich für die Schwedin Susanne Sivborg entscheiden. Dies ergab eine interne Umfrage, an der insgesamt 2104 Mitarbeiter des EPA in München, Den Haag, Berlin und Wien teilnahmen. Die zweitägige Blitzumfrage unter der Belegschaft fand im Vorfeld der eigentlichen Präsidentschaftswahl statt, die vom 8. bis 10. Dezember in München in die zweite Runde geht und vom Verwaltungsrat des EPA entschieden wird.
Die Patentprüfer und andere Mitarbeiter des EPA konnten zwischen den vier offiziellen Kandidaten Dr. Roland Grossenbacher (Schweiz), Benoit Batistelli (Frankreich), Susanne Sivborg (Schweden) und Jesper Kongstad (Dänemark) wählen.
Mit 46% der Stimmen erhielt die Schwedin bei weitem den größten Zuspruch. Sivberg war selbst Patentprüferin beim EPA in München und verfügt über umfangreiche Erfahrung im IP-Bereich. An zweiter Stelle folgt der Franzose Batistelli mit 18% Zuspruch. Es folgen Kongstad (5,3%) und Grossenbacher (4,3 %). Auch auf die Frage, welcher Kandidat für sie am wenigsten in Frage kommen würde, nannte die Mehrheit, 68% der Befragten, den Schweizer Grossenbacher.
Besonders bemerkenswert: Ein knappes Viertel der Befragten (24%) sprach sich für keinen der vier Kandidaten aus. Dieses hohe Votum gegen alle vier Kandidaten spiegelt die Hauptkritik der Patentprüfer an den Rahmenbedingungen der Wahl wieder: In der Vergangenheit hatte die Gewerkschaft der Europäischen Patentamtes (Staff Union of the EPO, SUEPO) vermehrt darauf aufmerksam gemacht, dass die Führungsspitze des EPA, der Verwaltungsrat, sich hauptsächlich aus den Direktoren der nationalen Patentämter zusammensetzt und sich für ihre Mitglieder daraus zwangsläufig ein Interessenkonflikt ergäbe. Den Interessen des heimatlichen, nationalen Patentamtes ständen die europäischen Interessen des EPA gegenüber. Da auch die vier aktuellen Präsidentschaftskandidaten in ihrem Heimatland Direktoren ihres nationalen Patentamtes sind, befänden auch sie sich in diesem Interessenkonflikt. (ma/sta)
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