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Business Angels fürchten Blase 2.0

11.8.2011 - Die informellen Wagniskapitalgeber in Deutschland sind mit ihrer Gesamtsituation weiter sehr zufrieden. Rückblickend auf das 2. Quartal 2011 bewerten die 31 Teilnehmer des jüngsten Business Angels Panels ihre Geschäftslage mit durchschnittlich 5,37 Punkten. Dabei reicht die Skala von 1(= sehr schlecht) bis 7 (= sehr gut). Die Geschäftsaussichten sehen sie noch positiver. Hier vergaben sie sogar 5,57 Punkte. Einziger Wermutstropfen: Beide Werte sind im Vergleich zum Vorquartal rückläufig. Ein Drama ist das aber nicht. Beide Werte befinden sich immer noch weit über dem Durchschnitt. Außerdem ging es zuvor drei Quartale in Folge steil aufwärts. Im ersten Quartal 2011 wurden dann sogar mit 5,69 Punkten bzw. 5,85 Punkten jeweils Allzeithochs erreicht. Das Panel startete Anfang 2002.

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Zu erklären ist die leichte Eintrübung des Klimas vielleicht mit der Sorge, der Markt könne überhitzen. Immerhin 71% der Befragten befürchten – mit Blick auf die USA – eine „Blasenbildung“ mit irrationalen Bewertungen. Es schleicht sich die Angst ein, dass sich die Geschichte wiederholen könnte. Anfang 2000 waren die Preise für Start-ups plötzlich eingebrochen. Zuvor hatten sie nur eine Richtung gekannt: steil nach oben. Der Crash kostete die Investoren damals sehr viel Geld – weltweit.  In Deutschland ist die Situation nach Ansicht der Befragten noch vergleichsweise entspannt. Zwar sagt jeder vierte Engel, dass Bewertungen in Deutschland schon jetzt teilweise nicht mehr nachhaltig sind, 54% aber sehen die Blasendiskussion gelassen. Sie begrüßen die erhöhte Aufmerksamkeit für Wagniskapital in den Medien.  Weitere Ergebnisse der jüngsten Panel-Erhebung: Im 2. Quartal ging nicht mal jeder fünfte Business Angel (19%) eine Beteiligung an einem neuen Unternehmen ein. Im Vorquartal waren es noch 42%! Der Durchschnittswert seit Anfang 2002 liegt bei 37%.  Hoffnung schöpfen können die Gründer aus einer Zahl: 48%. So hoch ist der noch verfügbare Anteil des für Angel-Investments insgesamt vorgesehenen Kapitals. Mit anderen Worten: Fast jeder zweite Euro in den Portemonnaies der Gründungsfinanzierer wartet noch darauf, eine gute Idee vorantreiben zu können. Zu diesem hohen Anteil beigetragen hat die andauernde Sparneigung der Befragten. Jeder gab durchschnittlich nur noch knapp 27. 000 Euro für neue und bestehende Beteiligungen aus. Zum Vergleich: Vier Jahr zuvor war der Wert noch knapp viermal so hoch. Umgelegt auf die Zahl der Beteiligungen ergibt sich eine durchschnittliche Investitionshöhe von knapp 52.000 Euro.  Der Schwerpunkt der Investitionen lag auf Follow-up-Beteiligungen. Gut zwei von drei Deals fielen in diese Kategorie. In diesem Zusammenhand erwähnenswert: Bereits 15% der bestehenden Beteiligungen sind Mehrheitsbeteiligungen. Die Business Angels halten also über 50% der Unternehmensanteile. Dieser Wert war nie zuvor so hoch. In der Mehrzahl der Fälle (54%) liegt der Anteil aber noch immer unter 10%. Verdient haben die Wagnisfinanzierer zuletzt kaum. Nur zwei Beteiligungen konnten die Umfrageteilnehmer veräußern. Auf welchem Weg dies geschah, haben sie nicht verraten.
Im Ranking der beliebtesten Branchen gab es Bewegung. Der neue Star heißt „Energie“. Sie hat sich über die letzten Umfragungsrunden kontinuierlich nach vorne gekämpft und nun endlich die Spitzenposition erreicht. Auf einer Skala von 1 (= unattraktiv) bis 7 (= sehr attraktiv) benoteten die Engel die Branche mit durchschnittlich 5,36 Punkten. Im Zuge der gestarteten Energiewende wollen sich 63% der Befragten künftig sogar noch stärker nach neuen Energieerzeugungskonzepten umsehen. Auf den Plätzen der Beliebtheits-Hitparade folgen Web-Services/E-Business, Umwelttechnik, Medizintechnik und Elektrotechnik/Elektronik.
Weitere Ergebnisse des Panels und Informationen zur Methodik stehen im Internet. (sta)
http://www.ba-panel.de

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