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Samstag, 22. November 2008

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Die Ergebnisse des Business Angels Panel


Business Angels Panel IV/2003: Mehr neue Investments - Beteiligungsbeträge steigen

Engel sind optimistischer denn je

VDI nachrichten, Düsseldorf, 20.02.04

Gründer haben wieder bessere Chancen, Geld und Know-how von privaten Wagniskapitalgebern zu bekommen. Besonders gute Karten haben Anbieter Neuer Materialien. Stark gestiegen in der Investorengunst sind Biotech-Anbieter. Ergebnisse der Umfrage von BAND, WHU und VDI nachrichten.

"Die Marktstimmung hat sich verbessert, Gründungsideen sind gereift, die Bewertungen der Unternehmen relativ günstig." Für den privaten Wagnisfinanzierer Tobias Kollmann ist es nicht verwunderlich, dass seine Kollegen derzeit besser gelaunt sind denn je. Im jüngsten Business Angels Panel vergaben die insgesamt 25 Teilnehmer gleich zwei neue Rekordmarken. Die Geschäftslage wurde auf einer Skala von 1 (= sehr schlecht) bis 7 (= sehr gut) mit durchschnittlich 4,3 bewertet. Bei den Geschäftsaussichten reichte es sogar für einen Wert von 5,3. Kollmann: "Es gibt ein neues positives Denken. Wir haben die zurückliegende schwere Zeit abgehakt und wollen jetzt neu durchstarten." Getragen werde der Tatendrang etwa von der steigenden Investitionsbereitschaft im IT-Sektor. Vom Hickhack um den stets weiter eingedampften Hightech-Masterplan der Regierung lässt sich der Inhaber des Lehrstuhls für E-Business an der Universität Kiel nicht beirren. "Im Moment wird weit gehend losgelöst von politischen Gegebenheiten gehandelt. Entscheidend sind die Renditechancen."

Um so erstaunlicher ist es - zumindest auf den ersten Blick - dass die Zahl der geführten Beteiligungsgespräche auf einen neuen Tiefstwert gesunken ist. Grund dafür kann die niedrige Zahl der eingereichten Businesspläne sein. Ein Grund zur Besorgnis sieht Kollmann darin aber nicht. "Es wird nicht mehr auf die Schnelle eine Idee zu Papier gebracht. Jetzt treten nur noch wirklich entschlossene Gründer an." Und deren Chancen auf eine Finanzierung sind gestiegen. Die Zahl der neuen Deals hat sich fast verdoppelt - wenn auch auf niedrigem Niveau. Rein rechnerisch unterschrieb jeder Engel 0,36 Beteiligungsverträge. In den beiden Vorquartalen waren es nur 0,2, zum Jahresanfang gar nur 0,1. Gute Nachrichten auch für Gründer in spe: Der Anteil des für Angel-Investitionen vorgesehenen Kapitals blieb konstant: Noch immer hat jeder Engel knapp 35 % seiner Mittel nicht vergeben.

Deutlich gestiegen ist die durchschnittlich pro Engel investierte Summe. Mit 59 667 Euro stieg sie erstmals seit anderthalb Jahren kräftig an. In den beiden Vorquartalen lag sie jeweils bei nur gut 34 000 Euro. Geschuldet ist dies aber zum Großteil dem Engagement eines einzelnen Investors, der insgesamt 450 000 Euro springen ließ. Vom allmählich wiederbelebten Geldsegen profitieren konnten erstmals seit Jahresfrist wieder vor allem Neulinge im Portfolio: Von jedem ausgegebenen Engel-Euro flossen 60 Cent in die Kassen von Erstinvestments. Zuvor waren es nur gut 20 Cent. "Sowohl die Geschäftsideen als auch die Businesspläne sind deutlich besser geworden", erklärt der Hamburger Business Angel Wilfried H. H. Remmers. "Und für Erfolg versprechende Konzepte wird natürlich auch wieder mehr Kapital frei geschlagen."

An der durchschnittlichen Anzahl der pro Engel gehaltenen Beteiligungen hat sich unterdessen wenig getan. Sie liegt wie in den Vormonaten bei gut 3. Herausstechend ist dabei wieder ein einzelner Panelteilnehmer, der 19 Start-ups unter seinen Fittichen hat.

Unverändert blieb auch der Hauptexitkanal: Über 70 % der Betriebe endeten im Nirwana. Zwei Gründer kauften ihre Anteile am Betrieb zurück. Trade Sales oder gar Börsengänge - die von Engeln bevorzugten Ausstiegvarianten - wurden in keinem Fall realisiert.

Beste Chancen, unter die Fittiche der Mentoren zu kommen, haben Gründer aus dem Bereich Neue Materialien. Wie in den beiden Vorquartalen belegen sie den Spitzenplatz in der Investorengunst. Es folgt die stark aufholende Biotechnologie. Karl Klamann, Vorstandsvorsitzender der Medizintechnik-AG HumanOptics, steht diesem Trend allerdings skeptisch gegenüber "Biotechs haben noch nicht bewiesen, für Business Angels lukrativ zu sein. Viele ihrer Produkte sind noch lange in der Pipeline. Und als Exitvariante wird fast ausschließlich ein Trade Sale angestrebt. Die dabei anvisierten Riesen aber haben die große Auswahl. Entsprechend gering werden die Erlös-Chancen des Kleinen sein."

STEFAN ASCHE

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