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Donnerstag, 28. August 2008

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Die Ergebnisse des Business Angels Panel

Business Angels Panel: Gründer versenden wieder mehr Businesspläne - Private Finanzierer investieren verstärkt

Optimismus der Engel wächst weiter

VDI nachrichten, Düsseldorf, 14.05.04

Laut VDI nachrichten-Umfrage herrscht Aufbruchstimmung unter informellen Wagnisfinanzierern. Nie bewerteten sie ihre Geschäftslage und -aussichten besser als im letzten Quartal. Sie mussten weniger Verluste hinnehmen, sichteten verstärkt potenzielle Beteiligungen und griffen bereits wieder tiefer ins Portmonee.

"Das Gröbste liegt hinter uns", freut sich Harald Schäfer, Business Angel aus Mannheim. "Das Ende der New Economy ist endgültig verdaut. Die Portfolios sind fast vollständig von kapitalvernichtenden Start-ups bereinigt. Und neu eingehende Businesspläne sind oft vielversprechend." Der Gründer des europäischen Anwaltsverbundes ProJustitia ist deshalb überzeugt: "Es kann nur weiter bergauf gehen. Die Zukunft gehört den mutigen Investoren." Das sehen die 29 anderen Teilnehmer des aktuellen Business Angels Panels offensichtlich ähnlich. In keinem Quartal gaben sie sich optimistischer als zu Beginn diesen Jahres. Die Geschäftslage bewerteten sie auf einer Skala von 1 (= sehr schlecht) bis 7 (= sehr gut) mit 4,5 Punkten. Bei den Geschäftsaussichten reichte es sogar für einen Wert von 5,4.

Diese positive Stimmung spiegelt sich auch wider in der seit über einem Jahr höchsten Anzahl an geführten Beteiligungsgesprächen. Jeder private Wagnisfinanzier trat zuletzt mit durchschnittlich 2,5 Gründerteams in Verhandlungen ein. Im Vorquartal lag der entsprechende Wert noch auf einem Rekordtief von 1,6. An der alles entscheidenden Zahl der tatsächlich abgeschlossenen Beteiligungsverträge änderte dies leider noch nichts - sie lag mit 0,35 pro Engel in etwa auf dem Niveau des Vorquartals. Potenzielle Gründer lassen sich davon aber nicht beirren. Erstmals seit anderthalb Jahren entwarfen sie wieder mehr Businesspläne. Jeder Engel fand durchschnittlich 10,9 Exemplare in seinem Postkasten. Angesichts der üblichen Verzögerung zwischen Erhalt der Geschäftsideen und Unterzeichnung eines Vertrags könnte sich die Anzahl der neuen Beteiligungen bald erhöhen. Dafür spricht auch die weiterhin steigende Qualifizierung der Gründerteams und die Qualität ihrer Ideen. Beide Faktoren waren seltener als je zuvor verantwortlich für den Abbruch von Verhandlungen.

Positiv für Gründer ist auch die Entwicklung beim durchschnittlich investierten Kapital. Der im aktuellen Panel ermittelte Wert hat sich im Vergleich zum Vorquartal mehr als verdreifacht. Geschuldet ist dies allerdings auch dem großen Engagement eines einzelnen Investors, der stolze 2 Mio. Euro locker machte. An Geld mangelt es den Engeln trotzdem nicht. Noch immer sind durchschnittlich erst knapp 66 % der für Angel-Investitionen vorgesehenen Mittel investiert.

In den Genuss frischen, himmlischen Kapitals kamen zuletzt überwiegend ganz junge Firmen: 54% aller Gelder kamen Erstinvestments zu Gute, der Rest floss an bestehende Portfoliounternehmen. Die durchschnittlich pro Engel gehaltene Anzahl an Beteiligungen blieb mit gut 3 etwa konstant. Ein bei genauerer Analyse erfreuliches Ergebnis - beteiligte sich doch einer der aktivsten Investoren (19 Beteiligungen) diesmal ausnahmsweise nicht an der Umfrage.

Erstmals seit Bestehen des Panels, also seit Anfang 2002, gab es keine einzige Total-Abschreibung in den Portfolios der Teilnehmer. Kleiner Wermutstropfen: Auch positive Exits blieben Mangelware: Lediglich zwei Beteiligungen wurden verkauft - beide an die Gründer. Dabei streben die wenigsten Engel diese so genannte Buy-back-Variante an. Von denen, die aktiv nach Exitmöglichkeiten für ihre Schützlinge suchen (56%), wenden sich die meisten an Venture Capitalists und strategische Investoren.

In der Hitparade der beliebtesten Engel-Branchen gab es wenig Bewegung. Die Top-4 tauschten lediglich die Positionen untereinander. Spitzenreiter - und damit zugleich Aufsteiger des Quartals - ist die Medizintechnik. Sie erreichte zuvor nur Platz 3. Der Dauerbrenner Neue Materialien fiel zurück auf die zweite Stufe des Siegerpodestes. Life Sciences und Biotechnologie folgen auf den Rängen.

Kaum auf Engels-Kapital hoffen dürfen die Anbieter von Finanzdienstleistungen. Hardware-Experten trifft abermals das selbe Schicksal. Neu im Gruselkabinett ist der Maschinenbau.

Trotz des sich aufheiternden Klimas haben zwei Drittel der Engel schon darüber nachgedacht, ihren Stammsitz ins Ausland zu verlagern. Tobias Kollmann, Privatinvestor aus Kiel, macht zwei Aspekte dafür verantwortlich: "Die Steuergesetzgebung für Kapitalgesellschaften ist im internationalen Vergleich wenig investitionsfördernd, die weitere wirtschaftliche Entwicklung ungewisser."

STEFAN ASCHE

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