Logo

Das Infoportal für Ingenieure.

Donnerstag, 28. August 2008

Sie befinden sich hier:www.vdi-nachrichten.com » Studien und Panels

Business Angelss Panel 2007

Business Angels Panel: Private Wagnisfinanzierer im Stimmungshoch

Engel fahren ab auf Umwelttechnik

VDI nachrichten, Düsseldorf, 11. 5. 07, sta - Die Diskussion um den Klimawandel beflügelt das Interesse von Business Angels an Biokraftstoffen, Solar- und Windenergie. Doch auch Vertreter anderer Branchen haben durchaus Chancen auf eine himmlische Kapitalspritze. Voraussetzung aber ist, dass sie sich mit einem Businessplan darum bewerben. Doch genau daran mangelte es zuletzt etwas ? Ergebnisse der 21. Auflage des quartalsweise durchgeführten Business Angels Panels.

Gute Nachrichten für Gründer mit Geldsorgen: Private Wagniskapitalgeber sind bester Laune! Im Rahmen der 21. Auflage des Business Angels Panels beurteilten sie ihre Geschäftslage auf einer Skala von 1 (= sehr schlecht) bis 7 (= sehr gut) mit durchschnittlich 5,38 Punkten. Eine höhere Einschätzung hat es in der gut fünfjährigen Geschichte der Befragung noch nie gegeben.
Doch damit nicht genug: Die insgesamt 24 Teilnehmer sind sogar davon überzeugt, dass sich künftig noch erfolgreicher sein werden. Ihre Geschäftsaussichten bewerteten sie mit 5,63 Punkten - ebenfalls ein absoluter Rekord!

Die Geldgeber haben zuletzt sogar großes Interesse an neuen Deals gezeigt. Jedenfalls kamen im 1. Quartal 2007 weit mehr als die Hälfte ihrer Ausgaben (62 %) neuen Beteiligungen zugute. Nur 38 % flossen in die Kassen von Firmen, die vorher schon einmal vom Kapital und Know-how des Engels profitieren konnten. Also alles prima? Leider nein. Die Gründer haben die Gunst der Stunde scheinbar noch nicht erkannt. Sie verschickten zuletzt nur wenige Businesspläne. Jedem Panel-Teilnehmer wurden in den ersten drei Monaten des Jahres durchschnittlich nur gut acht ausformulierte Geschäftsideen vorgelegt. Dieser Wert wurde bisher nur einmal unterboten. Angesichts dieser Schreibblockade der potenziellen Jungunternehmer ist es nicht verwunderlich, dass auch die Zahl der Beteiligungsgespräche auf einen Tiefstand gefallen ist: In weniger als zwei Detailverhandlungen waren die Befragten zuletzt durchschnittlich eingestiegen. Auch dieser Wert wurde bisher nur einmal unterboten.

So ist es fast klar, dass auch die Zahl neu eingegangener Deals gesunken ist. Nur knapp jeder dritte Panel-Teilnehmer (32 %) hat im 1. Quartal seine Unterschrift unter einen Beteiligungsvertrag gesetzt. Noch kleiner war der Wert zuletzt vor über zwei Jahren. Fehlt zu einem neuen Gründerboom also nur der Elan auf Seiten der Protagonisten? Nicht ganz. Es gibt nämlich auch Wolken am Himmel der Business Angels. Sie haben inzwischen zwei Drittel ihres für Beteiligungen reservierten Kapitals ausgegeben. So wenig freie Kapazitäten gab es bisher noch nicht. Dementsprechend schnallen die Finanzierer den Gürtel ihrer Spendierhose enger: Jeder investierte im 1. Quartal durchschnittlich nur knapp 42 000 €. Weniger waren es zuletzt Mitte 2003.
Dabei läuft auf der Exit-Seite eigentlich alles rund. Wie schon im Vorquartal musste keine einzige Beteiligung abgeschrieben werden. Stattdessen konnten einige Engel die Ernte ihrer Arbeit einfahren. Die Teilnehmer meldeten insgesamt drei "Buy-Backs" sowie einen "Trade Sale". Von einem "Buy-Back" wird gesprochen, wenn die Gründer die Unternehmensanteile selbst zurückkaufen. Ein "Trade Sale" bezeichnet den Verkauf der Beteiligung an einen strategischen Investor, meist eine größere Firma. In einem Durchschnittsportfolio tummeln sich rein rechnerisch aktuell 4,73 Beteiligungen. Dieser Wert hat sich in der über fünfjährigen Panelgeschichte nie stark verändert. Offensichtlich machen fünf Küken ausreichend Arbeit, um die einzelnen Business Angels auszulasten.

Fast alle privaten Wagniskapitalgeber halten Minderheitsbeteiligungen. Die Zahl derer, die mehr als die Hälfte der Anteile an dem zu betreuenden Jungunternehmen hält, ist verschwindend gering (1 %). Die meisten der Befragten (58 %) begnügen sich sogar mit weniger als 10 % der Firma.
Die besten Chancen darauf, unter die Fittiche der geldgebenden Mentoren zu kommen, haben die Anbieter von Umwelttechnik. Satte 70 % der Befragten halten sie für ein attraktives Investment. Selten zuvor fand eine einzelne Branche so viel Zuspruch unter den Business Angels. Auf Platz zwei im Beliebtheitsranking schaffte es die Medizintechnik. Sie ist seit Jahren den Top 3 zu zu finden. Stetig weiter nach oben kämpfen sich die Anbieter von Internetservices. Aktuell haben sie Platz 3 erobert. Es ist lange her, dass sie auf dem Treppchen standen. Endlich scheint der Einbruch aus dem Jahr 2000 verdaut zu sein. Die inzwischen tragfähigen Geschäftskonzepte und der Boom rund um das ?Web 2.0? machen es möglich.

Vergleichsweise schlechte Karten im Kampf um himmlische Unterstützung haben die Anbieter von EDV-Hardware sowie Finanzdienstleister. Für "nicht attraktiv" befanden die Kapitalgeber erstmals auch die Branche der Industrie-Automatisierer.

druckenSeite drucken versendenSeite versenden zurückzurück Seitenanfangzum Seitenanfang Favoritenzu Favoriten hinzufügen Startseiteals Startseite einrichten RSSRSS
Copyright © 2008 VDI Verlag GmbH | Impressum