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Samstag, 22. November 2008

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Business Angels Panel 2006

Business Angels Panel: Teilnehmer sind zufriedener denn je - hohe Renditeerwartungen - Interesse an neuen Branchen

Engel halten Ausschau nach Umwelttechnik

VDI nachrichten, Düsseldorf, 16. 2. 07, sta - Private Gründungsförderer setzen auf Solarenergie, Biogas, Windkraft & Co. Die Branche zählte im vierten Quartal 2006 zu ihren beliebtesten Investitionszielen. Erfreulich für Gründer: Die Finanzierer halten wieder mehr Kapital für neue Deals bereit. Grund für die Geberlaune dürfte die positive Entwicklung auf dem Exitmarkt sein. Zuletzt musste keine Beteiligung abgeschrieben werden. Ergebnisse des Business Angels Panels der VDI nachrichten.

Jetzt ist es amtlich ? Business Angels sind Optimisten! Das jedenfalls ergab die jüngste Befragungsrunde des Business Angels Panels. Im 4. Quartal beurteilten die 29 Teilnehmer ihre Geschäftsaussichten auf einer Skala von 1 (=sehr schlecht) bis 7 (=sehr gut) mit durchschnittlich 5,52 Punkten. Das ist der höchste Wert, der in der mittlerweile fünfjährigen Geschichte der Erhebung je gemessen wurde. Auch die Geschäftslage wird besser beurteilt als in allen Vorquartalen: Hier reicht es für 5,32 Punkte. Der aktuelle Stand und die Entwicklung des Geschäftsklimas über die vergangenen Jahre sind diesen Grafiken zu entnehmen.

Weiterer Beleg für den Optimismus ist die erwartete Rendite. 48% der Befragten gehen davon aus, dass ihre Portfoliounternehmen eine Rendite von 1% bis 20% erreichen werden. Jeder dritte Investor glaubt sogar an eine 21%ige bis 40%ige Verzinsung seines eingesetzten Kapitals. Doch damit nicht genug: 12 % der Befragten rechnen mit einem Return von über 40 %! Verluste hingegen ziehen nur 8% der Engel in Erwägung. Im Rückspiegel ergibt sich allerdings ein ganz anderes Bild. Befragt nach den bisher tatsächlich erreichten Renditen über alle Investments muss fast jeder Zweite (46 %) ein negatives Vorzeichen einräumen. 27 % schafften immerhin eine bis zu 20 %ige Verzinsung. Auf einen über 40 %-igen Return kam nicht mal jeder Zehnte (9 %).

Ergebnis dieses Zwiespalts aus positiver Erwartung und schmerzlicher Erfahrung sind vorsichtige Investitionen. Fast jeder zweite Business Angel (44 %) bezeichnet sich selbst eher als sicherheitsorientiert denn als renditeorientiert. Das spiegelt sich auch im Investitionsvolumen (hier muss das jpg ?Pro Engel und Quartal inves? hinterlegt werden) wider: Jeder einzelne Befragungsteilnehmer spendierte in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres nur knapp 44 000 ?. Zum Vergleich: Im 4. Quartal 2005 waren es noch 61 000 ?. Und am Jahresende 2004 wurden sogar noch 156 000 ? lockergemacht. Gut die Hälfte der investierten Mittel (53 %) floss zuletzt in Erstinvestments. Das Geld kam also Firmen zu Gute, in denen der Investor vorher noch nicht engagiert war.

In ihren jeweiligen Portfolios halten die Business Angels im Durchschnitt 5,4 Unternehmen. Dieser Wert wird allerdings verzerrt von einem einzelnen Investor, der stolze 46 Firmen unter seinen Fittichen hat. Im Vorquartal lag der Wert noch bei 6,3.

Beim einzelnen Beteiligungsvolumen dominieren weiterhin Minderheitsbeteiligungen. In 52% aller Fälle hält der Engel sogar unter 10% der gesamten Unternehmensanteile. Wie sich die Zahl der Portfoliounternehmen langfristig entwickeln wird, ist derzeit völlig unklar. Die Exitseite entwickelt sich gut: Rund jeder vierte Befragungsteilnehmer konnte zuletzt eine Beteiligung veräußern. Gemeldet wurden u.a. drei Rückkäufe durch die Gründer, drei Veräußerungen an einen weiteren Finanzinvestor und ein Verkauf an einen strategischen Investor (?Trade Sale?). Viel Bewegung gibt es aber auch auf der Einkaufsseite: Immerhin noch 43 % der Investoren gingen neue Beteiligungen ein. (Im Vorquartal waren es 48 %.) Sorgen bereitet allein der Deal-Flow: Jeder Business Angel erhielt im Durchschnitt nur noch zehn Businesspläne ? weniger gab es nur einmal in der Geschichte des Panels (4. Quartal 2003). Dramatisch gesunken ist auch das Interesse der Engel an den eingereichten Ideen. Jeder einzelne sah sich nur noch knapp vier näher an ? 18 % weniger als im Vorquartal.

Erfreulich aus Gründersicht ist die Tatsache, dass Business Angels wieder mehr Geld für Beteiligungen vorhalten. Die Panel-Teilnehmer gaben an, erst 55 % der für Angel-Investments vorgesehenen Mittel investiert zu haben. Dieser Anteil lag zuletzt stets weit über 60 %.

Die beliebteste Branche der privaten Wagnisfinanzierer war zuletzt einmal mehr die Medizintechnik. 57 % der Engel halten die Branche für attraktiv. Unter den Top 3 befinden sich auch wieder die Life Sciences (46 %). Neu auf dem Radar der Investoren ist die Umwelttechnik. Sie schaffte es auf Anhieb auf den zweiten Platz des Rankings. Jeder zweite Investor ist davon überzeugt, dass sich entsprechende Engagements künftig auszahlen werden. S. ASCHE

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