VDI nachrichten, München, 2. 5. 08, elb – Zusammengestellt von: relbers-lodge@vdi-nachrichten.com
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im April überraschend deutlich eingetrübt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sei von 104,8 Punkten im März auf 102,4 Punkte gefallen, teilte das Ifo-Institut mit. Das Geschäftsklima ist der wichtigste Frühindikator für Deutschland. Von Experten befragte Volkswirte hatten hingegen im April einen leichten Rückgang auf 104,3 Punkte erwartet. Die Stimmung trübte sich sowohl bei den Erwartungen als auch bei der Lagebeurteilung stärker als erwartet ein. Die Einschätzung der Geschäftslage sank von 111,5 Punkten im Vormonat auf 108,4 Punkte. Volkswirte hatten lediglich mit einem Rückgang auf 111 Punkte gerechnet. Die Geschäftserwartungen fielen von 98,4 Punkten im Vormonat auf 96,8 Punkte.
„Nach dem Zwischenhoch zu Jahresanfang 2008 sprechen die neuen Umfrageergebnisse für eine langsamere Gangart der Konjunktur“, erklärt der Präsident des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn. „Die bremsenden Einflüsse, die seit Mitte 2007 sichtbar waren, haben wieder die Oberhand gewonnen.“ dpa
Automobil: Im Pkw-Sektor wird die aktuelle Geschäftslage trotz rückläufigen Ordereingangs zunehmend positiv bewertet. Für die nächsten sechs Monate rechnen die Unternehmen nicht mit einer wesentlichen Veränderung ihrer Gesamtsituation, hinsichtlich des Exportgeschäfts kommt trotz des hohen Euro-Kurses sogar wieder Optimismus auf. Bei Nutzfahrzeugen gehen die Firmen davon aus, dass sich die derzeit ausgezeichnete Lage künftig verschlechtert. Deutliche positive Impulse erwarten sie dagegen nach wie vor von der Auslandsnachfrage. H.-G. RUSS
Chemie: Die aktuelle Situation tendiert nach unten, die positiven Urteile dominieren jedoch nach wie vor sehr deutlich. Nachfrage und Fertigung stagnierten zuletzt, der Gesamtbestand an vorhandenen Aufträgen nimmt sogar etwas ab und liegt nur noch wenig über dem sonst üblichen Maß. Etwas häufiger klagen die Unternehmen auch über zu große Fertigwarenlager. In den Geschäftserwartungen keimt wieder eine leichte Zuversicht auf, große Hoffnungen setzt man dabei weiterhin auf die Auslandskundschaft. Den Plänen zufolge wird die Produktion hochgefahren. H.-G. RUSS
Elektro: Trotz einiger Abstriche wird die derzeitige Geschäftssituation weiterhin als günstig eingestuft. Auftragseingang und Produktion konnten sich auf dem Stand vom Vormonat behaupten, die Auftragspolster insgesamt werden als ausreichend empfunden. Skeptisch äußern sich die Befragten erneut hinsichtlich der Perspektiven für das kommende Halbjahr, obwohl sie unverändert gute Chancen im Auslandsgeschäft sehen. Die Produktionspläne werden nach oben korrigiert. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels wird häufiger an die Einstellung von zusätzlichem Personal gedacht. H.-G. RUSS
Maschinenbau: Die gegenwärtige Geschäftslage gilt als sehr günstig, wenngleich sie sich etwas abgeschwächt hat. Bei schwacher Nachfrage und leicht forcierter Fertigung liegen die Auftragsbestände nicht mehr ganz so häufig über dem Normalmaß. Die Aussichten werden mit nur noch verhaltener Zuversicht eingeschätzt, wobei auch der Optimismus bezüglich der Exportchancen erneut etwas nachgelassen hat. Die Pläne der Firmen zielen auf weitere Steigerungen der Produktion ab, die Produktionstätigkeit wird aber nach wie vor spürbar durch das Fehlen von geeignetem Personal behindert. H.-G. RUSS
Der Autor ist wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Ifo-Institut, München.
Über den Ifo-Konjunkturtest



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