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Novembersorgen der Chemieexperten  

Reach: Der November treibt Mitarbeitern der EU-Chemikalienagentur (Echa) und der Chemieindustrie immer wieder Schweißperlen auf die Stirn. Die Firmen müssen die Daten liefern, die die Echa fristgerecht zu bearbeiten hat. VDI nachrichten, Helsinki, 27. 11. 09, ber

Ein Blick zurück: Bis 30. 11. 2008 hatten Firmen Zeit, all jene Chemikalien der Echa zu melden, von denen sie künftig mehr als 1 t jährlich in der EU vermarkten wollen. Die Agentur erhielt 2,75 Mio. Meldungen für etwa 145 000 Substanzen - und damit 20 Mal mehr als erwartet. Mit einem Kraftakt hat Echa es geschafft, der Datenflut Herr zu werden (s. o.).

Die nächste Frist ist der 30.11.2010. Chemiefirmen und -importeure müssen bis dahin für Chemikalien aus drei Stoffgruppen umfangreiche Registrierdossiers vorlegen: für die, von denen sie mehr als 1000 t/Jahr herstellen oder einführen, für CMR-Stoffe (CMR = cancerogen, mutagen, reproduktionstoxisch) mit einer Jahrestonnage von mehr als 1 t jährlich sowie für einige umweltgefährdende Stoffe (mehr als 100 t/Jahr). In diesen Dossiers legen die Firmen die Verwendung ihrer Produkte fest sowie die Maßnahmen, wie mit ihnen gegebenenfalls sicher umgegangen werden kann.

Der 30.11. dieses Jahres betrifft gewerbliche und industrielle Anwender von Chemikalien. Sie sollten ihren Lieferanten mitteilen, wofür sie eine jener Substanzen benötigen, die bis 30.11.2010 registriert werden muss.

Der Lieferant gibt diese Information weiter, damit Hersteller oder Importeure dieses Wissen für ihre Sicherheitsbewertung berücksichtigen können. Denn Reach ist mehr, als nur formal Informationen über Chemikalien einzureichen, sagte Echa-Fachmann Andreas Ahrens den VDI nachrichten: "Zur Registrierung gehört, dass Hersteller oder Importeure eine Eigenbewertung durchführen." Dazu muss allerdings bekannt sein, wie die Firmen diese Substanzen einsetzen werden.

Damit Hersteller und Importeure diese Informationen auch erhalten, enthält Reach eine Drohkulisse: Stoffe dürfen nur so eingesetzt werden, wie es in den Registrierdossiers steht. Chemikalienanwender sollten sich also überlegen, was sie tun. Informieren sie nicht, kann es sein, dass ihre Anwendung nicht erwähnt wird. Das Schafott fällt aber nicht sofort: Den Anwendern bleibt ein Jahr Zeit, eine eigene Sicherheitsbewertung vorzulegen. RALPH AHRENS

http://apps.echa.europa.eu/preregistered/pre-registered-sub.aspx

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