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Donnerstag, 21. März 2019

Smart Cities

Die Stadt der Zukunft braucht ihre Bürger

Von VDI | 21. Februar 2019 | Ausgabe 08

Die Technologien für digitale Städte sind vorhanden. Wie sich die Konzepte umsetzen lassen, war Thema einer Veranstaltung in Düsseldorf.

S39 Aus dem VDI (2)
Foto: MWIDE NRW

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart rät Kommunen, mit Smart-City-Projekten einfach loszulegen statt zu warten.

Wirtschafts- und Digitalminister Andreas Pinkwart (FDP) machte deutlich, dass Digitalisierung nur dann Akzeptanz finde, wenn sie den Menschen in den Mittelpunkt stelle. So lautete auch die zentrale Botschaft der Veranstaltung „Dialog schafft Innovationen“, zu der der VDI und das Wirtschaftsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen gemeinsam Mitte Februar nach Düsseldorf einluden.

Deutschland sei immer noch viel zu langsam in der Umsetzung, konstatierte Pinkwart: „Lassen Sie uns einfach mal anfangen. Ich rate Kommunen, loszulegen und nicht auf die eine große Lösung zu warten. Im Austausch miteinander können wir Besserungen erreichen.“

Ralph Appel, Direktor des VDI, wies darauf hin, dass die Umsetzung von Innovationen in Smart Cities agil und im Dialog mit der Gesellschaft passieren müsse. Der VDI arbeite derzeit, inspiriert vom Design Thinking, an der Methode des „Dialogue Thinking“. Diese will ein neues praxisorientiertes Konzept für dialogische Innovationsprozesse anbieten – vor allem für komplexe und gesellschaftlich relevante Themen um die Smart City wie Datenplattformen, Elektromobilität und autonomes Fahren.

Den Bürger einzubinden sei auch zentral für die Wirtschaft, sagte Hildegard Müller, Vorstand des Energieversorgers Innogy: „Wir brauchen Innovationen, die auf die Bedürfnisse unserer Gesellschaft einzahlen und einen Mehrwert stiften. Dann finden wir auch die notwendige Unterstützung für unsere Maßnahmen.“

Wie solche Dialoge bei Innovationsprojekten funktionieren, zeigten konkrete Beispiele aus Nordrhein-Westfalen: Ulrich Jaeger von den Wuppertaler Stadtwerken sagte, sein Unternehmen wolle Mobilitätsdienstleister der Stadt werden. „Dazu gehören Smart Parking, ÖPNV, Elektromobilität und On-Demand-Verkehr.“

Christian Remacly vom Energieversorger Rheinenergie stellte Innovationen mit Bürgern am Beispiel der „Klimastraße Köln“ vor. Die Straße zeige, wie eine zukünftige Smart City aussehen könnte.

Hier werden Energieprojekte unter besonderer Berücksichtigung des Klimaschutzes umgesetzt: Die Planer nutzten den Stand der Technik, um Gebäude zu isolieren und auf Wärmeeffizienz zu achten. Außerdem verfügt die Straße über Ladestationen für Elektrofahrzeuge und sparsame Straßenbeleuchtung.

Kritisch hingegen äußerte sich Rena Tangens von Digitalcourage auf der Podiumsdiskussion. Sie beschäftigte sich mit der Frage, ob die Gesellschaft die digitalen Maßnahmen innerhalb der Smart City denn wirklich möchte.

Auch auf das Thema IT-Sicherheit kam sie zu sprechen: „Je mehr wir uns vernetzen, desto angreifbarer werden wir. Sogenannte Scriptkiddies können Jojo mit unserer Wasserversorgung spielen.“

Der Geschäftsführer der Digitalstadt Darmstadt GmbH, José David da Torre Suárez, kritisierte, dass beispielsweise „Smart Parking“ zwar den innerstädtischen Suchverkehr nach Parkplätzen verringern würde, jedoch das Problem des zu hohen Gesamtverkehrs dadurch nicht abnehme.

Solche Fragen, so da Torre Suárez, müssten intensiv in einer Stadt debattiert werden. Nur dann würde die digitale Transformation gelingen. Letztlich werde in den Städten über die Digitalisierung des öffentlichen Raums entschieden.

250 Teilnehmer folgten den Diskussionen und Vorträgen. Die Gesprächsrunden an Thementischen gaben Gelegenheit, in den individuellen Dialog zu kommen und über die gehörten Best-Practice-Vorschläge zu diskutieren. Die Veranstaltung war Auftakt für weitere Workshops zum Thema „Dialogue Thinking“ mit dem Wirtschaftsministerium NRW.