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Mittwoch, 20. Februar 2019

Nachruf

Forscher und Manager

Von Gisela Laalej | 7. Februar 2019 | Ausgabe 06

Er war der erste Schiffbauer an der Spitze des VDI und setzte sich konsequent für die Ingenieurausbildung ein: Der ehemalige Präsident Eike Lehmann ist verstorben.

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Foto: dpa Picture-Alliance/ZB – Fotoreport

Eike Lehmann trug als VDI-Präsident die Umsetzung des Bologna-Prozesses medienwirksam nach außen.

Am 14. Januar ist ein großer Ingenieur und ein guter Freund von uns gegangen: Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Dr. h.c. Eike Lehmann – von 2004 bis 2007 Präsident des VDI – verstarb im Alter von 78 Jahren.

Als erster Schiffbauer in der Geschichte des Vereins Deutscher Ingenieure wurde Lehmann im Herbst 2003 zum Präsident des VDI gewählt und hatte das Amt von 2004 bis 2007 inne. Hier hat er die Kernthemen des VDI und besonders die Umsetzung des Bologna-Prozesses konsequent und medienwirksam nach außen getragen und sich damit für die Verbesserung des Ausbildungssystems für Ingenieure eingesetzt.

Der am 19. Mai 1940 in Breslau geborene Eike Lehmann begann 1958 eine Lehre als Schiffbauer bei der Werft von Paul Lindenau in Friedrichsort. 1961 und von 1965 bis 1969 studierte Lehmann Schiffbau an der Ingenieurschule Kiel sowie an der Technischen Hochschule Hannover, wo er seinen Abschluss zum Diplomingenieur absolvierte und später auch zum Dr.-Ing promovierte. Nach zwei Jahren verließ er die TH Hannover und wechselte zum Germanischen Lloyds (GL) in Hamburg. Schon nach einem Jahr folgte Lehmann einem Ruf der Flender Werft in Lübeck als Konstruktionsleiter. Mit 39 Jahren erhielt er den Ruf als ordentlicher Professor und Direktor des genannten Instituts in Hannover. 1983 ließ sich Lehmann an die damals neu gegründete Technische Universität Hamburg-Harburg (TUHH) versetzen. 1995 wurde er Vorstandsmitglied des Germanischen Lloyds in Hamburg unter Aufrechterhaltung seiner Lehr- und Forschungsverpflichtungen an der TUHH. Ende des Jahres 2001 verließ er den Germanischen Lloyd, um sich wieder voll seinen Lehr- und Forschungsaufgaben an der TUHH zu widmen. 2006 wurde Lehmann entpflichtet.

Eike Lehmann war einer der Professoren der ersten Generation an der Technischen Universität Hamburg-Harburg. Auf seinem Fachgebiet war er ein weltweit gefragter Experte, insbesondere dann, wenn es um die Klärung der Ursachen von Schiffsunglücken ging. Neben seinen Aufgaben als Hochschullehrer und Wissenschaftler hat sich Eike Lehmann in vielen Institutionen und Verbänden engagiert. Seine berufliche Lebensleistung wurde mehrfach gewürdigt. Die Schiffbautechnische Gesellschaft (STG) und der VDI ernannten ihn jeweils zum Ehrenmitglied. Die Verleihung der Goldenen Denkmünze der STG würdigte ihn für seine wissenschaftliche Tätigkeit und als herausragendes Mitglied der Gesellschaft.

Mit Eike Lehmann verliert der VDI einen integren Freund und Förderer, der im VDI vieles angestoßen und bewegt hat. Der Verein Deutscher Ingenieure spricht ihm seinen aufrichtigsten Dank aus. Wir werden ihm ein ehrendes und dankbares Andenken bewahren.