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Donnerstag, 16. November 2017, Ausgabe Nr. 46

Donnerstag, 16. November 2017, Ausgabe Nr. 46

Event

Frische Brise an der Küste

Von VDI | 9. November 2017 | Ausgabe 45

Versorgungssicherheit und Innovationsschub für Mecklenburg-Vorpommern waren Themen der „Energietagung 2017“.

VDI Aufmacher (2)
Foto: dpa Picture-Alliance/Stefan Sauer

Windkraftanlagen wie hier in Ganzkow sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Mecklenburg-Vorpommern.

Mecklenburg-Vorpommern gilt als positives Beispiel für die Umsetzung der Energiewende. Im letzten Jahr deckte das Bundesland seinen Strombedarf zu 145 % aus erneuerbaren Energien.

Das Land nutzte 2016 bereits mehr als 1800 Windkraftanlagen. Und die Potenziale für weitere regenerative Anlagen sind groß. Doch neue Anlagen und Energiekonzepte sowie die Überproduktion von Strom sorgen für Kontroversen und Diskussionen.

Rund 90 Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik waren Mitte Oktober der Einladung des VDI-Landesverbands zur „Energietagung 2017“ nach Rostock gefolgt, um sich über die Umsetzung der Energiewende und ihre Gestaltung auszutauschen.

Christian Pegel (SPD), Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung in Mecklenburg-Vorpommern, sieht die Energiewende als wichtigen Wirtschaftsfaktor. Daher setze man voll auf den Ausbau erneuerbarer Energien aus Wind und Strom. Die Energiewende sei als innovativer Treiber wichtig und die Windkraft unterstütze das Mittelspannungsnetz. Er verwies in seiner Rede auch auf die notwendigen Verfahren zur Speicherung und Nutzung des Stromüberschusses. Daher begrüßte er die Diskussionen über Energieforschung und Energieeffizienz.

Gerade diesen Überschuss bezeichnete der Unternehmer und stellvertretende Landesvorsitzende der FDP, Michael vom Baur, als „Strommüll“, der den Markt verzerre.

Er erstellte mit Unterstützung des Übertragungsnetzbetreibers Tennet eine Kurzstudie, die „Zweifel am Nutzen eines weiteren Ausbaus der Windenergie“ belegen soll. Stromerzeugung und -bedarf stimmten nicht überein, führten somit zu technischen Belastungen im Netz und insgesamt zu volkswirtschaftlichen Verlusten. Insgesamt wurde laut der Studie im Jahr 2016 für rund 150 Mio. € „Strommüll“ produziert.

Jochen Theloke, Geschäftsführer der VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt (GEU), sieht vor allem die künftige Bundesregierung in der Pflicht. Die Länder hätten bei der Ausgestaltung der Energiewende nur beschränkte Kompetenzen. In erster Linie seien sie an die Vorgaben der EU und des Bundes gebunden. Laut Theloke sind klare Vorgaben der deutschen und europäischen Politik sowie eine breite Akzeptanz der Bevölkerung für Infrastrukturmaßnahmen Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Energiepolitik.

Michael Nelles von der Universität Rostock sieht den größten Handlungsbedarf ebenfalls bei der neuen Bundesregierung. Wenn Deutschland Vorreiter bei Ressourcen- und Energiewende sowie im Klimaschutz sein wolle, müssten die Weichen in der neuen Legislaturperiode gestellt werden. Nelles sieht zudem die „smarte“ energetische und integrierte stoffliche Nutzung von Biomasse als einen wichtigen Baustein der Energie- und Rohstoffwende.

Neben all den technischen, wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen und divergierenden Meinungen hat sich laut Jochen Theloke auf der „Energietagung 2017“ erneut gezeigt, dass ein verlässlicher Rahmen sowie ein konkreter Fahrplan für ein abgestimmtes und ganzheitliches Vorgehen in allen Bereichen der Energie- und Klimapolitik notwendig sind.

Die Einbindung in die Bundes- und EU-Politik ist dabei ein zentrales Moment. Auf diese Weise kann ein klimafreundliches Energiesystem geschaffen werden, dass Versorgungssicherheit bietet und einen Innovationsschub für Wirtschaft und Beschäftigung in Mecklenburg-Vorpommern schafft. VDI

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