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Samstag, 20. Januar 2018

Automobil

Null Tote im Verkehr sind eine Utopie

Von Stefan Krempl | 21. Dezember 2017 | Ausgabe 51

Chauffeurfunktionen können die Sicherheit im Auto erhöhen, die „Vision Zero“ bleibt damit aber eine Utopie.

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Foto: Stefan Krempl

Rodolfo Schöneburg von Mercedes-Benz sieht großes Potenzial, die Zahl der Verkehrstoten durch Assistenzsysteme und teilautonomes Fahren zu senken.

Europa strebt mit der „Vision Zero“ an, die Zahl der Unfalltoten und Schwerverletzten im Straßenverkehr bis 2050 gegen Null zu fahren. Mit einer zunehmenden Automatisierung von Fahrfunktionen allein lässt sich dieses Ziel aber nicht erreichen, waren sich Teilnehmer des VDI-Expertengremiums zur „Berliner Erklärung zur Fahrzeugsicherheit“ Ende November einig. Ihre Schätzung: Die vernetzte Technik kann bis 2020 bestenfalls helfen, die Zahl der Verkehrstoten hierzulande von derzeit rund 3200 pro Jahr um 23 % auf 2470 zu reduzieren.

Mithilfe des automatisierten Fahrens „werden wir in Regionen kommen, wo wir weniger Unfälle haben“, konstatierte Rodolfo Schöneburg, Leiter Sicherheit in der Entwicklungsabteilung von Mercedes-Benz und und Vorsitzender der VDI-Gesellschaft Fahrzeug- und Verkehrstechnik (FVT. Doch selbst bei einem Szenario mit rein autonom fahrenden Fahrzeugen könnten Tote im Mischverkehr nicht ganz verhindert werden. „Fußgänger können nicht automatisiert werden“, sagte Steffen Müller, der das Kfz-Fachgebiet an der TU Berlin leitet. Auch bei Motorrad- und Fahrradfahrern sei eine weitgehende Steuerung durch ein System eher unwahrscheinlich.

Die Teilnehmer des VDI-Gremiums halten es für realistisch, dass 2030 rund 15 % der Autos mit „Chauffeurfunktionen“ für bestimmte Fahraufgaben ausgerüstet sein werden und 50 % mit einfacheren Assistenzsystemen. Die Fachleute gehen davon aus, dass technische Hilfen fürs Überholen, Spurhalten, Bremsen oder Parken zu einer Trendwende führen könnten.

Auch eine Erneuerung des Fahrzeugbestands hat laut den Experten das Potenzial, die Zahl der tödlich verletzten Pkw-Insassen deutlich zu verringern. Eine VDI-Analyse zeigt, dass rund 20 % der Verkehrstoten hierzulande in Fahrzeugen der Baujahre nach 2006 gestorben sind. In Autos vor 1996 seien dagegen 60 % der getöteten Passagiere ums Leben gekommen.

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