Passwort vergessen?  |  Anmelden
 |  Passwort vergessen?  |  Anmelden

Dienstag, 23. Januar 2018

Nachwuchsförderung

Spielerisch Technik erfahren

Von H. Zander | 29. August 2014 | Ausgabe 35

Das VDIni-Club-Mobil ist am vergangenen Wochenende in Hamburg zu einer Tour quer durch Deutschland aufgebrochen. In Technikwettbewerben messen sich nun in regelmäßigen Abständen die Jüngsten und erproben sich an gewagten Konstruktionen.

VDIni-Club
Foto: VDI/Lützelberger

Bunte Welt der Technik: Bei den VDIni-Clubs stehen Kreativität und Neugier der Kinder im Vordergrund, die technischen Feinheiten ihrer selbstgebauten Häuser erlernen sie nebenbei.

Eine Seerose? Ja, meint die neunjährige Ava. Schließlich können auch Seerosen schwimmen. Also hat sie aus Strohhalmen die Form von Seerosenblättern nachgeahmt, die Blüte ist ein kleines Papierboot, die eigentliche Tragefläche für die Last. Ava ist eine von 15 VDInis, die sich an diesem Wochenende in Hamburg-Bergedorf vor dem VDIni-Club-Mobil eingefunden haben, um hier ihre Konstruktionen vorzustellen. In den VDIni-Clubs des VDI lernen Jungen und Mädchen schon im Alter ab vier Jahren Technik spielerisch kennen.

Tourtermine 2014/15 des VDIni-Club-Mobils

Vier Wochen lang haben sie an ihren Wettbewerbsbeiträgen getüftelt. Sie sollten aus Papierbögen und Strohhalmen einen Ladekahn bauen. Als Hilfsmittel waren erlaubt: Ein Überraschungsei, ein Klebefilm, Garn. Ziel war es, einen möglichst leichten Kahn zu basteln, der möglichst viel Last tragen kann.

Hamburg ist der Auftakt der deutschlandweiten Aktion "Technik on Tour". Bis Mitte nächsten Jahres ist das VDIni-Club-Mobil unterwegs. An jedem Stopp des Mobils findet ein regionales Technikturnier statt. Zum Ende der Tour wird ein Gesamtsieger ermittelt.

Der Augenblick der Wahrheit kommt in der Plastikwanne. Hier werden die Konstruktionen der Kinder hineingesetzt. Natürlich müssen sie erst einmal schwimmen. Aber sie werden auch richtig beladen. Eine Schraubenmutter nach der anderen wird als Last in die Kähne gelegt. Über 200 Muttern schafft der Spitzenreiter, rund 800 g Ladegewicht.

Angela Inden, Projektleiterin des VDIni-Club-Mobils, freut sich über den Erfolg der Aktion: "Die Kinder haben sehr fleißig gebaut und tolle Exponate mitgebracht." Und sie haben sich einiges bei dem gedacht, was sie da gebaut haben. Jeder Teilnehmer muss einer Jury seine Ideen erläutern. Dafür hat er rund drei Minuten Zeit. Richtige Tüftler sind dabei, die sich bei ihrer Konstruktion mit Auftriebskräften, Luftwiderständen und Koeffizienten beschäftigt haben.

Drei Tagessieger gibt es in Hamburg in den Altersklassen 4 bis 6, 7 bis 9 und 10 bis 12. Am Ende des Wettbewerbes recken Friedrich, Jan-Ole und Alexander stolz ihre Konstruktionen in die Höhe. Die Videos der Preisträger werden bei Youtube und auf der VDIni-Club-Seite im Internet eingestellt. Hier kann sich jeder anschauen, was die Kinder konstruiert haben. Und man kann seine Stimme für seinen ganz persönlichen Favoriten abgeben. Aus diesen Stimmen wird im kommenden Jahr der gesamtdeutsche Tour-Sieger bestimmt.

Mit der Tour will der VDI auf die eigene Nachwuchsarbeit aufmerksam machen. Fast 60 VDIni Clubs mit über 7550 Mitgliedern gibt es deutschlandweit. Mit dem VDIni-Club-Mobil wolle man aber auch zeigen, wie spielerisch und kreativ sich mit Technik umgehen lasse, sagt Inden. "Der Spaß an der Technik steht ganz klar im Vordergrund." Insgesamt wird das Mobil bis zum Finaltag am 26. April 2015 elfmal im Einsatz gewesen sein. Man muss nicht unbedingt VDIni-Club-Mitglied sein, um mitzumachen. Das Club-Mobil führt zahlreiche Bausätze mit sich. Da kann frei getüftelt und gebastelt werden, wovon zufällig vorbeikommende Kinder in Hamburg reichlich Gebrauch machten. Für die Großen gibt es Metallbaukästen, mit denen sich Hubschrauber oder sogar der Eiffelturm bauen lassen. Die Kleineren können mit kleinen Bauziegeln und Maismehl-Mörtel Häuser bauen. Wer seine Bauten anschließend zu Wasser lässt, löst den Mörtel wieder auf und kann sich etwas Neues einfallen lassen.

Doch die VDIni-Clubs sind nicht die einzige Aktion des VDI, Kinder und Jugendliche für technische und naturwissenschaftliche Themen zu begeistern. Während sich die VDIni-Clubs an Kinder wenden, werden mit dem VDI-Jugendclub "Zukunftspiloten" die 13- bis 18-Jährigen angesprochen. Wer sich dann für ein ingenieurwissenschaftliches Studium entscheidet, den unterstützt das bundesweite Netzwerk der Studenten und Jungingenieure.

Wichtig ist es natürlich, nicht nur die Kinder, Jugendlichen und jungen Studenten zu begeistern, sondern auch die Verantwortlichen in Schule und Hochschule zu erreichen. Am 10. Oktober 2014 bietet der VDI daher eine Veranstaltung mit elf Workshops zum Thema "Innovative Lehre in der Studieneingangsphase" an. Thematisiert werden dort interdisziplinäre Studienprojekte, etwa in der Mathematik. Außerdem findet im zweijährigen Turnus der Qualitätsdialog Lehre statt, der sich mit Themen rund um die erfolgreiche Ingenieurausbildung beschäftigt.

Das Engagement scheint sich auszuzahlen. Vor allem in den Studienbereichen Elektrotechnik und Maschinenbau gibt es deutlich weniger Studienabbrecher: Während 2010 mehr als die Hälfte das Studium ohne Abschluss beendete, verzeichnen die Studiengänge Elektrotechnik und Maschinenbau einen deutlichen Rückgang der Abbruchquoten um 16 beziehungsweise 17 Prozentpunkte.

Bis dahin ist es für die Kinder beim Club-Mobil allerdings noch ein weiter Weg. Sie erfreuen sich unbefangen am Spiel mit Kräften und Konstruktionen. Doch wer sich schon einmal informieren möchte, was die Zukunft als Ingenieur so bringen kann, dem zeichnet der VDI seit Kurzem auf der Facebook-Seite "Werde Ingenieur" ein Bild. Hier werden alle Projekte für Jugendliche ab zwölf Jahren dargestellt. Wöchentlich porträtiert der VDI zudem den "Beruf der Woche".  H. ZANDER

stellenangebote

mehr