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Mittwoch, 24. Januar 2018

Industrie 4.0

Digitalisierung mit Chancen und Schmerzen

Von Regine Bönsch | 23. November 2017 | Ausgabe 47

Der deutsche Markt für das Industrial Internet of Things wird sich in den nächsten fünf Jahren mehr als verdoppeln auf ca. 16,8 Mrd. € Umsatz.

Dies zeigt die gestern in Köln vorgestellte Studie „Der deutsche Industrial-IoT-Markt 2017–2022“ vom Eco – Verband der Internetwirtschaft und der Unternehmensberatung Arthur D. Little. Das entspricht einem zukünftigen Wachstum von rund 19 % pro Jahr.

Die Automobilwirtschaft ist bereits heute das größte Marktsegment, das mit 20,2 % am schnellsten wächst. Der Maschinen- und Anlagenbau bringt es auf 18,9 % jährliches Wachstum. Beide Segmente machen gemeinsam über 50 % des gesamten Industrial-IoT-Marktes in Deutschland aus. Insgesamt sieben Marktsegmente hat die Studie untersucht. „Industrial-IoT ist wesentlich für den Erhalt und den Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen auf den Weltmärkten“, sagt Eco-Geschäftsführer Harald A. Summa.

Im internationalen Vergleich ist der deutsche Markt für Industrial-IoT laut der Studie hoch entwickelt. Deutschland zähle mit seiner breiten und innovativen Industriestruktur und der hohen Roboterdichte zu den größten Industrie-4.0-Märkten der Welt. Wachstumstreiber für die nächsten Jahre sei vor allem die voranschreitende Digitalisierung von derzeit analogen Produktions- und Lieferprozessen. „Die Digitalisierung der Industrie und des Mittelstands ist in der Umbruchphase unbequem und in vielen Bereichen schmerzhaft“, weiß Lars Riegel, Principal bei Arthur D. Little. Industrial-IoT erfordere ein Neudenken der zentralen Wertschöpfungsprozesse oder gar des gesamten Geschäftsmodells. Doch, davon ist Riedel überzeugt: „Langfristig sichern diese Maßnahmen aber die Position der deutschen Industrie im globalen Wettbewerb.“

Die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen ist dabei erfolgsentscheidend, zeigt die Studie: Industrial-IoT-Lösungen setzen sich aus rund 30 Kompetenzen zusammen. „Kein Unternehmen ist in der Lage, die gesamte Wertschöpfungskette alleine abzudecken. Bei Industrial-IoT handelt es sich um ein Ökosystem-Geschäftsmodell“, sagt Harald Summa. „Industrieübergreifende Kooperationen sind eine Grundvoraussetzung, um Kunden relevante Services anbieten zu können“, so der Eco-Geschäftsführer.

Grundvoraussetzung für diese Entwicklung ist der sichere Austausch der geteilten Datenmengen. Vollumfängliche Cybersecurity-Konzepte seien vonnöten, um Sicherheitslücken im Kommunikationssystem zu vermeiden und Fernzugriffe auf das Produktionssystem zu kontrollieren. 

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