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Mittwoch, 20. Februar 2019

Leistungshalbleiter

Große Ströme mit dünnen Wafern schalten

Von Jens D. Billerbeck | 15. November 2018 | Ausgabe 46

Marktführer Infineon stärkt seine Position durch eine neue Fabrik für 300-mm-Dünnwafer in Villach. Produktionsbeginn 2021.

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Foto: Infineon

Extrem dünn: Auf solchen Dünnwafern fertigt Infineon derzeit in Dresden Leistungshalbleiter. Die Fabrik ist bis 2021 ausgelastet.

Elektromobilität, Energiewende, energiesparende Motorsteuerung in der Industrie, effiziente Stromversorgung im Rechenzentrum – ohne Leistungselektronik geht bei vielen Zukunftsthemen gar nichts mehr. Und es sind Unternehmen aus Europa, die hier Zeichen setzen: ABB, Infineon, NXP und andere.

Vor allem Infineon hat sich in vielen Marktsegmenten der Leistungselektronik eine führende Position erarbeitet. Das Unternehmen war mit einem Anteil von 18,5 % laut den Marktforschern von IHS Markit im vergangenen Jahr weltweit der größte Anbieter von Leistungshalbleitern.

Das österreichische Villach ist das Kompetenzzentrum für Leistungshalbleiter im Konzern. Dort wurde die Fertigung von Leistungshalbleitern auf 300-mm-Dünnwafern entwickelt, die dann am Standort Dresden in den vergangenen Jahren zur voll automatisierten Volumenfertigung ausgebaut wurde. Solche Wafer sind bis zu 40 µm dünn und stellen damit beträchtliche Anforderungen an das Handling während des Produktionsprozesses. Allerdings bringt der größere Scheibendurchmesser auch deutliche Vorteile bei der Produktivität und reduziert den Kapitaleinsatz.

Bedarf für Chips aus dieser Fertigung gibt es reichlich: „Breit gefächerte strukturelle Trends werden unser Wachstum in den nächsten Jahren treiben: Elektromobilität, erneuerbare Energien, Fertigungsautomatisierung, Rechenzentren sowie eine stetig steigende Zahl batteriebetriebener, vernetzter Endgeräte“, sagte Infineon-Chef Reinhard Ploss bei der Vorstellung der jüngsten Quartalsergebnisse.

Deswegen wird auch in Villach ab dem kommenden Jahr eine neue Fabrik für 300-mm-Dünnwafer errichtet. Geplant sind insgesamt Investitionen von rund 1,6 Mrd. € über sechs Jahre. Es sollen rund 400 neue, hochqualifizierte Arbeitsplätze entstehen. Die Fertigung soll Anfang 2021 starten. Bei vollständiger Auslastung liegt das geschätzte zusätzliche Umsatzpotenzial durch die neue Fabrik laut Infineon bei ca. 1,8 Mrd. € pro Jahr.