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Donnerstag, 21. März 2019

Maschinenbau

Unterm Querträger

Von Iestyn Hartbrich | 14. März 2019 | Ausgabe 11

Je nach Bauteil eignen sich unterschiedliche Konstruktionen.

BU 2sp rechts
Foto: Droop + Rein

Hochgantry: Bei dieser Maschine bewegt sich nur der Querträger. Ständer gibt es nicht.

Alle XXL-Bearbeitungszentren haben gemeinsam, dass der Werkzeugkopf an einem horizontalen Querträger befestigt ist. Die Maschinenbauer unterscheiden drei Ausführungen, die sich für jeweils andere Aufgaben eignen:

Festes Portal, fahrbarer Tisch: Das ist die robusteste Variante. Dabei wird das Werkstück auf einem Tisch aufgespannt, der unter dem Portal hin und her fährt. In der Regel erreichen Maschinen dieses Typs die höchste Genauigkeit. Allerdings benötigen sie auch die größte – nämlich fast die doppelte – Aufstellfläche, weil der Tisch auf beiden Seiten des Portals ausgefahren werden muss.

Verfahrbares Portal: Die Tischlänge wird hier nur einmal benötigt. Außerdem ist die Umgebung zum Be- und Entladen des Spannraums sehr offen. Maschinen mit verfahrbarem Portal eignen sich für einzelne, sehr große Bauteile mit eingeschränkten Anforderungen an die Genauigkeit. Ein weiterer Nachteil: Beim Beschleunigen und Bremsen entstehen Kippmomente, was die dynamische Bearbeitung erschwert.

Oben liegendes Gantry: Ulrich Vollmer, Leiter der Projektierung bei der Starrag-Tochter Droop + Rein, bezeichnet diesen Maschinentypen als „Brot-und-Butter-Geschäft“. Das Portal besteht hier nur noch aus einem Querträger, der allerdings nicht mehr höhenverstellbar ist. Der Arbeitsraum ist gut geschützt. Nachteil: „Man kommt von der Seite nicht so gut in den Bearbeitungsraum und muss das Bauteil deshalb oft stirnseitig einschieben“, sagt Heiko Quack, Vertriebsmanager bei den Bielefeldern.

Das Problem der Erreichbarkeit lässt sich durch Paletten lösen, auf die das Bauteil außerhalb der Maschine aufgespannt wird. Die Palette kann dann sogar mehrere Bearbeitungsschritte nacheinander durchlaufen, Schruppen, Schlichten, Reinigen und Vermessen zum Beispiel. Vollmer sieht in Palettierungssystemen „Luxuslösungen“, die sich insbesondere für die Serienfertigung von Flugzeugteilen eignen. Dort vermeiden sie lange Rüstzeiten.