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Samstag, 17. Februar 2018

Fokus Olympische Winterspiele

Der Sprung in neue Techniksphären

Von Regine Bönsch, Jens D. Billerbeck, Wolfgang Schmitz | 8. Februar 2018 | Ausgabe 06

Neben sportlichen Höchstleistungen steht ab heute bei den Spielen in Pyeongchang auch die Technik im Mittelpunkt.

S1 Aufmacher Olympia (2)
Foto: dpa Picture-Alliance/Michael Kappeler

Thomas Dreßen auf rasanter Abfahrt. Der Deutsche zählt in Pyeongchang zu den heißen Medaillenkandidaten.

Die Koreaner freuen sich schon jetzt: „Wir werden 2018 das erste 5G-Olympia feiern“, verspricht Oh Sung Moki, Netzwerkchef beim Betreiber KT. Zwar ist die fünfte Mobilfunkgeneration noch längst nicht standardisiert, doch die Asiaten werden in den nächsten Tagen einige 5G-Anwendungen zeigen. Da bereichern kaum verzögert übertragene Bilder Virtual-Reality-Brillen, lassen Videos einen Live-360°-Blick in die eisige Bobbahn oder auf die glatte Fläche des Eiskunstlaufens zu. Die Koreaner wollen der Welt gemeinsam mit internationalen Partnern – von Nokia und Huawei bis BMW – demonstrieren, was mit 5G möglich ist.

Olympische Spiele waren schon immer gut für Technikpremieren: In Berlin wurde 1936 erstmals live im Fernsehen übertragen, in Tokio kamen 1964 TV-Satelliten zum Einsatz, in Los Angeles 1984 Glasfasernetze. Pyeongchang soll für 5G stehen.

Bei Hightech-Sportgeräten haben auch deutsche Olympioniken ein Pfund in der Hand: das Potsdamer Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten, kurz FES. Dass der deutsche Bob von Francesco Friedrich und Anschieber Thorsten Margis als Mitfavorit an den Start geht, ist auch einem halben Dutzend Ingenieuren und Technikern zu verdanken. Michael Nitsch, FES-Projektleiter Bob: „Die Qualität der Technik ist dabei nicht nur ein Ergebnis guter Ingenieurwissenschaft, sondern hängt auch von Intuition und einer guten Kommunikation mit den Sportlern ab.“

Um deren Leistungen ins rechte Bild zu setzen, nutzen die Rundfunkanstalten diverse neue Techniken der Bildverbesserung. Diese Form des legalen „Pixeldoping“ macht die Livebilder im TV noch brillanter und kontrastreicher als bei vergangenen Olympischen Spielen. Außerdem werden viele wichtige Sportarten auch in der hochauflösenden 4K-UHD-Technik, einige sogar in 8K produziert, mit einer Bildauflösung von 7680 x 4320 Pixeln. Für die japanische Rundfunkanstalt NHK wird Korea so zum Testlauf für 2020: Die Olympischen Sommerspiele in Tokio sollen komplett in 8K produziert werden.

Immer neuen Pixelrekorden werden jedoch vermutlich sinkende Medaillenzahlen für deutsche Sportler gegenüberstehen. Das befürchten Athleten und Funktionäre, darunter der Ex-Bundestrainer der Skilangläufer, Jochen Behle: „Wenn wir nicht Bundeswehr, Zoll und Bundespolizei hätten, ginge im Leistungssport nichts mehr.“

Wer studieren wolle, müsse sich fragen: Spitzensport oder akademische Ausbildung? Beides zusammen ginge nur unter erheblichem Zusatzaufwand. Ohne Sponsoren oder reiche Eltern ist an eine Doppelbelastung kaum zu denken. Wolle Deutschland Medaillen, müsse der Staat die Sportler intensiver unterstützen. Behle: „Andere Nationen stehen anders hinter ihren Sportarten, als das in Deutschland der Fall ist.“

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