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Donnerstag, 21. Februar 2019

Medizin

Die Krankenakte in der Smartphone-App

Von dpa/Jens D. Billerbeck | 20. September 2018 | Ausgabe 38

Millionen Versicherte sollen seit vergangenem Montag ihre Gesundheitsdaten über eine neue Handy-App verwalten können. In der digitalen Akte „Vivy“ können beispielsweise Befunde, Laborwerte und Röntgenbilder gespeichert und mit dem behandelnden Arzt geteilt werden.

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Foto: Vivy

Vivy in der Praxis: Zwei Screenshots zeigen einige der Funktionen. Links ein Röntgenbild, das in der App angezeigt wird. Rechts der Blick in den elektronischen Impfpass.

Hinter Vivy stehen 13 gesetzliche und zwei private Krankenversicherungen mit zusammen 13,5 Mio. Versicherten. Das Angebot ist kostenlos. 

Die App soll an Impftermine und Vorsorgeuntersuchungen erinnern. Ein Medikamentencheck soll mögliche Wechselwirkungen anzeigen, nachdem die Nutzer den Code auf der Packung oder den Medikationsplan eingescannt haben. Auch Überweisungen, U-Hefte oder der Mutterpass könnten in der App gebündelt, Fitnesstracker mit ihr gekoppelt werden. 

„Vivy wird im Praxisalltag vieles einfacher machen, Doppeluntersuchungen vermeiden helfen und mehr Transparenz für Behandler und Patienten schaffen“, sagte der Vorstandschef der beteiligten Kasse DAK-Gesundheit, Andreas Storm. Die App sei das erste entsprechende Angebot in Deutschland. 

Die an Vivy beteiligten Versicherungen wollen ihre Kunden jetzt über das Angebot informieren. An den Start gehen die Allianz Private Krankenversicherung und die Barmenia. Auf Seiten der gesetzlichen Kassen starten außer der DAK-Gesundheit die Innungskrankenkassen IKK classic, IKK Nord, IKK Südwest sowie mehrere Betriebskrankenkassen. 

Nach Überzeugung der Verantwortlichen sind die Daten sicher. Nur die Nutzer würden über deren Verwendung entscheiden. Die Versicherer, der beteiligte IT-Dienstleister Bitmarck und die Vivy GmbH hätten keinen Zugriff darauf. Bei jeder Datenübertragung gebe es mehrstufige Sicherheitsprozesse und eine Verschlüsselung, für die nur der Versicherte den Schlüssel habe. Vivy sei als sichere Plattform zertifiziert und als Medizinprodukt zugelassen. 

Eigene Angebote für elektronische Gesundheitsakten hatten bereits die AOK und die Techniker Krankenkasse (TK) vorgestellt. TK-Chef Jens Baas sprach bei der Vorstellung von „TK-Safe“ im April von einer „Revolution“: Daten würden zu neuen hilfreichen Informationen zusammengeführt. Mittlerweile nutzten mehr als 30 000 Versicherte die digitalen TK-Akten, wie Baas der Deutschen Presse-Agentur sagte. „Wir befinden uns derzeit im erweiterten Testbetrieb, da man mit Patientendaten keine Schnellschüsse machen darf.“