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Mittwoch, 20. Februar 2019

Jubiläum der Woche

Die Wahrheit ist im Hörsaal

Von Peter Steinmüller | 20. September 2018 | Ausgabe 38

Vor einem Vierteljahrhundert eroberte Esoterik die Fernsehkanäle. Im September 1993 startete in den USA die Serie X-Files, die auch in Deutschland unter dem Titel „Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI“ zum Zuschauererfolg wurde.

S3 oben mit Foto (2)
Foto: mauritius images/United Archives

Gillian Anderson als FBI-Agentin Scully war Vorbild vieler Naturwissenschaftlerinnen.

Paradoxerweise sorgte die Serie, die sich mit ihrer Story um eine Verschwörung und Außerirdische dem Paranormalen widmete, für mehr weibliche Naturwissenschaftler und Ingenieure.

Grund war die Hauptfigur Dana Scully, mit der sich offensichtlich viele junge Frauen identifizieren konnten. Die FBI-Agentin löst ihre Fälle mit kühler Logik und dank ihrer forensischen Ausbildung. Der sogenannte „Scully-Effekt“ war zunächst nur anekdotisch untermauert, etwa durch Studentinnen, die der Darstellerin Gillian Anderson sagten, sie hätten ihre Fächer dank der Serie gewählt. Erst im Frühjahr dieses Jahres belegte eine repräsentative Studie die Existenz des Effekts: Zwei Drittel der befragten 2000 Naturwissenschaftlerinnen und Ingenieurinnen gaben Agentin Scully als Vorbild an. Für sie lag die Wahrheit offensichtlich in den Naturgesetzen und ist nicht „irgendwo da draußen“, wie der bekannteste Satz aus der Serie lautet.