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Mittwoch, 17. Januar 2018

Weltklimakonferenz

Diplomaten ringen in Nachtschicht um Klimafinanzierung

Von Stephan W. Eder | 23. November 2017 | Ausgabe 47

Aus Sicht von Karsten Sach, Abteilungsleiter im Bundesumweltministerium (BMUB) und erfahrener Unterhändler auf Weltklimakonferenzen, stand schon am Freitagabend letzter Woche fest, dass die Bonner Weltklimakonferenz ein Erfolg war. Einfach, weil alle Staaten ihre Eingaben auf den Tisch gelegt haben, aus denen das Regelwerk für das Pariser Klimaabkommen innerhalb des nächsten Jahres entstehen soll. Diese Zettelsammlung ist aber noch nicht sortiert und bewertet.

„Der ‚worst case‘ wäre gewesen, wenn wir mit leeren Blättern weitergereist wären. Alles ist festgehalten und deshalb ist das Ziel dieser Konferenz auch erreicht“, erklärte BMUB-Staatssekretär Jochen Flasbarth in Bonn. Das Regelwerk soll unter anderem ermöglichen, die Treibhausgasemissionen in allen Ländern mit dem gleichen, anerkannten Maßstab zu messen.

Doch wie üblich: Als Sach der Öffentlichkeit in der Climate Lounge des Wuppertal Instituts und der Energieagentur NRW den Stand der Verhandlungen erklärte, lag noch eine Nachtschicht bis Samstag 5 Uhr morgens vor den Beteiligten. Wichtigster Knackpunkt, von vielen vorausgesagt: die Finanzen.

Dabei ging es vor allem um den „Adaptation Fund“, einen Fonds, der Geld für die Anpassung der Entwicklungsländer an die Folgen des Klimawandels bereitstellt und der bereits im Kyoto-Protokoll von 1997 verankert ist. Streitpunkt war, ob und wie er nach dem Ende des Kyoto-Protokolls 2020 weiter bestehen kann, denn er bietet den Entwicklungsländern großen Einfluss auf die Geldvergabe. Für sein Fortbestehen wurden in Bonn wichtige Punkte beschlossen. „Der Fonds ist gerade für die ärmeren Länder sehr wichtig, um sich gegen Dürren, Überschwemmungen oder Unwetterkatastrophen zu schützen“, erklärt Jan Kowalzig von Oxfam.

Um die noch zu geringen Klimaschutzaktivitäten der Länder zu erhöhen, gibt es nun neben den direkten Verhandlungen bei der nächsten Weltklimakonferenz 2018 in Kattowitz den sogenannten Talanoa-Dialog. Er soll sicherstellen, dass die Zettelsammlung für das Regelwerk bis Kattowitz hinreichend sortiert und bewertet worden ist.

Als besonderer Erfolg galt in Bonn, dass erstmals ein gemeinsames Arbeitsprogramm zu Landwirtschaft und Klimawandel in die politische Agenda aufgenommen wurde. Die Landwirtschaft ist einerseits extrem vom Klimawandel betroffen, andererseits ist sie für einen großen Teil der Treibhausgase verantwortlich.

mit Material von dpa

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