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Mittwoch, 24. Januar 2018

Stadtwerke

Energiewirtschaft nimmt Wärmewende in Visier

Von Stephan W. Eder | 21. Dezember 2017 | Ausgabe 51

Das Mannheimer Energieunternehmen MVV Energie setzt auch in den kommenden Jahren auf den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien, eine Wärmewende und die Entwicklung neuer, digital geprägter Geschäftsmodelle.

w - MVV BU
Foto: MVV Energie

Windkraft sollte nach Ansicht des Mannheimer Versorgers MVV Energie weiterhin konsequent ausgebaut werden.

Zum dritten Mal in Folge konnten wir unser Ergebnis steigern“, sagte der MVV-Vorstandsvorsitzende Georg Müller anlässlich der Jahrespressekonferenz des Unternehmens am Dienstag in Frankfurt am Main. So hat MVV das operative Ergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 erneut gesteigert, diesmal um 5 % auf 224 Mio. €. Gleichzeitig erreichte MVV mit 4,010 Mrd. € fast das Rekordniveau des Vorjahres (4,066 Mrd. €). Mit 107 Mio. € lag der bereinigte Jahresüberschuss rund 9 % über dem Vorjahresniveau.

Mit Blick auf die energiepolitischen Herausforderungen einer neuen Bundesregierung forderte Müller einen forcierten Ausbau der erneuerbaren Energien und eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Wärmesektors.

Aus seiner Sicht ist und bleibt die Windkraft an Land die Schlüsseltechnologie der Energiewende: „Um die Klimaschutzziele zu erreichen, muss der Ausbau der Windkraft bundesweit erfolgen.“ Müller forderte für 2018 die zusätzliche Ausschreibung einer Sondermenge von 1,5 GW, um die Fehlsteuerung im Windsektor aus den ersten Ausschreibungsrunden 2017 schnell auszugleichen. Zudem sollten die Ausbaudeckel bei den erneuerbaren Energien angehoben oder ganz abgeschafft werden.

Für den MVV-Chef bildet daneben die Wärmeversorgung einen maßgeblichen Baustein zum Erreichen der Klimaziele: „Politik muss klimaorientierte Ziele für die Wärmeversorgung formulieren, darf aber keine Technologien vorschreiben.“ Nur so könnten die Fernwärme- und Gasversorgung ihre Bedeutung behalten. „Fernwärmenetze sind Energiedrehscheiben, die wir nicht entwerten sollten“, betonte Müller.

MVV plant allein an ihrem Mannheimer Energiestandort auf der Friesenheimer Insel Investitionen in Höhe von 100 Mio. €. Damit soll das Heizkraftwerk an das Fernwärmenetz in Mannheim und der Region angeschlossen werden.

MVV hat sich für die kommenden zehn Jahre fünf Nachhaltigkeitsziele gesetzt. Eine konsequente Ausrichtung auf die Energiewende müsse nicht im Widerspruch zu unternehmerischem Handeln stehen, sagte Müller. Bereits heute sollen 10 GW erneuerbare Energien ans Netz gebracht werden, die CO2-Emissionen will man von heute rund 4 Mio. t CO2 bis 2027 um eine 1 Mio. t CO2 verringern. MVV wolle „in den nächsten Jahren“ insgesamt 3 Mrd. € in die Energiewende investieren. Zudem soll die derzeitige Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen verdoppelt und ein Energiewendeportfolio entwickelt werden.

Deutschlands einziger börsennotierter Kommunalversorger hat zudem im schottischen Dundee Ende November eine Abfallverwertungsanlage übernommen und wird mit Gesamtinvestitionen von 135 Mio. € ein neues Heizkraftwerk errichten und 25 Jahre lang betreiben. Der Neubau soll 2020 in Betrieb gehen. Im Kraft-Wärme-Kopplungsbetrieb soll ein Gesamtwirkungsgrad von knapp 55 % erreicht werden. Die Wärme geht komplett als Prozessdampf an das benachbarte Werk des Reifenherstellers Michelin.

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