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Samstag, 20. Januar 2018

IW-Konjunkturampel

Fast alle Signale leuchten Grün

Von Michael Grömling | 21. September 2017 | Ausgabe 38

Das IW Köln veröffentlicht künftig monatlich aktuelle Wirtschaftsdaten und ihre exklusive Interpretation durch Konjunkturchef Michael Grömling in den VDI nachrichten.

Den Konjunkturforschern steht eine schier unerschöpfliche Fülle an Daten und Fakten zur Verfügung. Hier ist es nicht leicht, vor lauter Bäumen den Wald zu sehen. Letztlich geht es aber darum, die vielen Informationen zu einem konjunkturellen Gesamtbild zusammenzufügen.

Foto: IW Köln

„Die weltweite politische Verunsicherung hat die deutsche Wirtschaft nicht aus dem Tritt gebracht.“ Michael Grömling, Leiter der Forschungsgruppe Konjunktur des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln).

Diesem Ziel kann man mit einer Zusammenfassung vieler Konjunkturdaten in einem Gesamtindikator näherkommen. Dies ist aber insofern problematisch, als bei der Verdichtung der Konjunkturdaten wertvolle Details verloren gehen und vor allem gegenläufige Tendenzen unsichtbar werden.

Dieses Problem umgeht die vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln entwickelte IW-Konjunkturampel. Sie gibt mithilfe der Signalfarben Grün, Gelb und Rot einen schnellen und zugleich umfassenden Überblick über die konjunkturelle Dynamik in Deutschland, im Euroraum, in China und in den USA. Die Ampel beschreibt dies anhand von drei Bereichen – Produktion, Beschäftigung und Nachfrage – mit insgesamt zehn explizit sichtbaren Indikatoren.

Hierzu gehören vor allem Istkennzahlen aus der amtlichen Statistik – etwa zur Industrieproduktion, der Arbeitslosigkeit oder den Investitionen. Hinzu kommen der Einkaufsmanagerindex und das Konsumentenvertrauen, die auf Umfragen basieren und individuelle Einschätzungen wiedergeben.

Für jeden Indikator misst die IW-Konjunkturampel, ob in den aktuell verfügbaren drei Monaten gegenüber dem vorherigen Dreimonatszeitraum eine Verbesserung oder eine Verschlechterung zu beobachten war. Anschließend werden diesen Trends die Farben Grün bzw. Rot zugeordnet. Für den Fall, dass keine wesentliche Veränderung vorlag, zeigt die Ampel Gelb.

Das ist immer dann der Fall, wenn die Veränderung kleiner ist als ein Siebtel der Standardabweichung, die für den jeweiligen Indikator in den vergangenen zehn Jahren gemessen wurde. Aus der Gesamtschau dieser Indikatoren kann erkannt werden, ob die Konjunktur Fahrt aufnimmt oder kippt.

Die bis Mitte September verfügbaren und in der IW-Ampel berücksichtigten Konjunkturindikatoren weisen jedenfalls auf eine bislang gute wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland hin. Die weltweite politische Verunsicherung hat bislang die deutsche Wirtschaft nicht aus dem Tritt gebracht. Zwar zeigen die Exporte keine merkliche Verbesserung, sie bewegen sich aber auf hohem Niveau. Das gilt auch für den Arbeitsmarkt.

Die hier allesamt gelben Felder signalisieren zwar nahezu Stillstand – aber auf Basis einer äußerst komfortablen Situation bei Beschäftigung und Arbeitslosigkeit. Der Konsum expandiert weiter kräftig und auch die Investitionen kommen mehr und mehr in Gang. Gut für die deutsche Wirtschaft ist zudem das durchgehend grüne Signal für den Euroraum, unserem größten Exportmarkt. Im September waren hier zum ersten Mal seit der globalen Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise von 2008 alle Indikatoren auf signifikantem Expansionskurs.

Erfreuliches Bild: Im September waren im Euroraum zum ersten Mal seit der globalen Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise von 2008 alle Indikatoren auf signifikantem Expansionskurs.

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