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Samstag, 20. Januar 2018

Klops der Woche

Fettmonster kommt ins Museum und in den Tank

Von Lynn Richter | 21. September 2017 | Ausgabe 38

Dass Kunst nicht immer jedem sofort ersichtlich ist, lehrte uns schon Joseph Beuys mit seiner „Fettecke“, die einfach weggeputzt wurde. Ähnliches könnte bald im Museum of London passieren.

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Foto: Thames Water

Unappetitlich: 130 t alte Windeln, Feuchttücher und erkaltetes Speisefett verstopfen einen Abwasserkanal in London.

Das Stadtmuseum der britischen Hauptstadt plant Teile des 130 t schweren Fettklopses, der einen Abwasserkanal im Stadtteil Whitechapel verstopft, auszustellen. Das Gebilde solle „Fragen aufwerfen darüber, wie wir heute leben“ und die Menschen inspirieren, Lösungen für die Probleme von Großstädten zu entwickeln, sagte die Museumsdirektorin Sharon Ament.

Der Koloss im Untergrund der Metropole wiegt so viel wie 19 Elefanten und ist 10 m länger als die berühmte Tower-Bridge. Eine Umfrage unter Twitter-Nutzern, wie der Berg benannt werden soll, ergab unter anderem Vorschläge wie „Fatty McFatberg“ und „Fat the Ripper“. Andere Vorschläge lauteten „Trump“ oder „Brexit“.

Eine Möglichkeit der Wiederverwertung erprobte man in London bereits 2013. Die damalige Ansammlung von alten Windeln und hartem Fett wog mit rund 15 t vergleichsweise wenig, weist aber den Weg: Sie wurde teilweise zu Biodiesel und Seife verarbeitet.

Bevor man den Fettberg aber entweder bewundern oder als Treibstoff nutzen kann, muss er erst einmal aus dem Kanal entfernt werden. Drei Wochen sollen diese Arbeiten mit Schaufel und Presslufthammer dauern. Ein Drittel des unappetitlichen Gebildes wurde bereits abgetragen, wie es Anfang der Woche hieß. Er soll in bis zu 10 000 l umweltfreundlichen Kraftstoff umgewandelt werden. „Er mag ein Monster sein, aber der Whitechapel-Fettberg verdient eine zweite Chance“, scherzte der Verantwortliche für Abwassersysteme bei Thames Water, Alex Saunders.dpa/lyr

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