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Samstag, 17. Februar 2018

Datenschutz

„Hätte Maria ein Selfie mit dem Baby gepostet?“

Von Christiane Schulzki-Haddouti | 15. Dezember 2016 | Ausgabe 50

Big Brother lauert auch unter dem Weihnachtsbaum, da viele Geräte versteckte Überwachungsfunktionen in sich bergen.

Kurz ein Erinnerungsbild mit dem süßen Kind vor dem Weihnachtsbaum – aber halt: „Hätte Maria ein Selfie mit dem Baby gepostet?“, fragt Marit Hansen. Zumindest die Rechte der abgebildeten Personen sind zu beachten, wenn Festtagsgrüße in sozialen Netzwerken oder größeren Gruppen veröffentlicht werden, sagt die schleswig-holsteinische Landesdatenschützerin.

Hansen erinnert die Eltern daran, dass „auch Kinder Persönlichkeitsrechte und ein Recht am eigenen Bild haben“. Und sie rät vorauszudenken: Schon bald sei es möglich, Bilder per Gesichtserkennung einzelnen Personen zuzuordnen. Überdies verschicke man mit den Bildern auch Metadaten, zu denen Standort und Uhrzeit gehören. Und schließlich könne man nie sicher sein, ob gelöschte Bilder auch wirklich überall gelöscht sind. Vielleicht wurden sie schon im Netz weitergeteilt. Also besser innehalten vor dem Posten.

Doch damit nicht genug: Big Brother lauert auch unter dem Weihnachtsbaum. Marit Hansen rät: „Man sollte bei technischen Produkten mindestens Folgendes prüfen: Werden Daten gespeichert und übertragen? Wenn ja: an wen und zu welchem Zweck? Und kann man all das auch verhindern?“ Vor allem bei Smart-TV- und Smart-Home-Geräten solle man vor dem Kauf besonders genau hinsehen. Aber auch Produkte für Gesundheit und Wellness verarbeiten sensible Daten oft nicht auf den Geräten selbst, sondern auf den Servern der Anbieter.

„Man muss die Geräte ja nicht gleich umtauschen“, beruhigt Hansen. „Aber man sollte sich etwas Zeit nehmen, um genau hinzusehen. Denn meist lässt sich viel konfigurieren.“ Dazu gehört es, bei jedem Gerät, das mit dem Internet verbunden ist, die Standardpasswörter zu ändern und womöglich auch die Verschlüsselung einzuschalten.

Damit wird die Verantwortung erst einmal auf die Verbraucher abgeladen. Für Hansen ist das ganz klar „der falsche Weg“. Sie sieht die Hersteller und Anbieter in der Pflicht, „Produkte und Dienste mit datenschutzfreundlichen Voreinstellungen auszuliefern“.

Sie glaubt, dass sich die Misere spätestens mit der Datenschutz-Grundverordnung ab Mai 2018 ändern wird, die „Privacy by Design“ und „Privacy by Default“ fordert: „Damit wird hoffentlich das Schenken ohne (Datenschutz-)Reue viel einfacher.“

Weitere Tipps unter:

http://www.vdi-nachrichten.com/Geschenke

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