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Donnerstag, 21. Februar 2019

Fokus Windenergie

Hart am Wind

Von Stephan W. Eder | 20. September 2018 | Ausgabe 38

Die deutsche Politik setzt die Zukunft einer innovativen und agilen Erfolgsbranche aufs Spiel.

S1 Aufmacher Windkraft (2)
Foto: picture alliance/Ulrich Baumgarten

Schneller fertig: Der Offshore-Windpark Arkona vor Rügen sollte 2020 in Betrieb gehen, wegen guten Wetters und neuer Technologien wird es nun 2019. Im Bild seilt sich ein Techniker von einem Hubschrauber auf ein Übergangsstück ab, auf das der Mast montiert wird.

Matthias Zelinger ist voll des Lobes: „Was unsere Branche gelernt hat, ist, recht flexibel in neue Märkte hineinzugehen und sowohl Technik als auch Arbeitsweise zu adaptieren.“ Sie sei bisher schon recht harten Wettbewerb gewöhnt, könne „eine gewaltige Entwicklungsgeschwindigkeit“ hinlegen. Weltweit sehe er „große Chancen in jedem Markt, der sich fair öffnet“.

Tolle Industrieunternehmen also, wie man sie sich wünscht, die Zelinger beschreibt, auch wenn er als Funktionär des Branchenverbands VDMA nicht als gänzlich unbefangen erscheinen wird. Der Geschäftsführer des Fachverbands Power Systems spricht von der Windkraft. Doch so toll wie beschrieben will die sich derzeit partout nicht fühlen.

Wenn kommende Woche in Hamburg mit der Messe Windenergy (25. bis 28. September) das diesjährig weltweit größte Treffen dieser Industrie stattfindet, dürfte dort politische Katerstimmung herrschen. Denn die Bundesregierung segelt energiepolitisch hart am Wind. Für Giles Dickson, Geschäftsführer des Branchenverbands Windeurope, sei Deutschland das „Sorgenkind“ geworden, sagte er der Fachzeitschrift E&M. Hintergrund: Der Ausbau auf See ist bis 2030 auf 15 000 MW gedeckelt. Onshore bremsen die Ausschreibungen für Neubauprojekte. „Neben den Sonderausschreibungen brauchen wir ein verlässliches Zeit- und Mengenkonzept für den weiteren Ausbau bis 2030“, mahnt Hermann Albers, Präsident des Bundesverbands Windenergie. Bisher aber fehlen konkrete Vorlagen. Der zuständige Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier signalisierte zumindest Mitte August: „Wir haben die Möglichkeit, Planungssicherheit zu schaffen, und das werden wir tun.“

Dabei hagelt es derzeit gute Nachrichten – vor allem aus dem Offshore-Sektor. In der Ostsee vor Rügen wird der Windpark Arkona vor der Zeit fertig. In der Nordsee werden neue umweltverträglichere Fundamenttechnologien erprobt und der spanische Energiekonzern Iberdrola will nun ein weiteres Ostsee-Projekt angehen. Die Branche hat also keinen Grund, sich zu verstecken. Seiten 20 bis 23