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Mittwoch, 20. Februar 2019

Kuriosität der Woche

Huawei lässt künstlichen Schubert komponieren

Von Jens D. Billerbeck | 7. Februar 2019 | Ausgabe 06

Die „Unvollendete“ ist mit Sicherheit eine der bekanntesten sinfonischen Kompositionen Franz Schuberts. Unvollendet deshalb, weil von den vier Sätzen einer klassischen Sinfonie nur die beiden ersten ausgeführt sind.

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Foto: Schubert [Public domain]/Wikimedia Commons

So wollte es Schubert: Den Anfang eines dritten Satzes seiner „Unvollendeten“ hat Schubert noch selbst fertiggestellt. Warum er dann nicht weitermachte, darüber streitet die Musikwelt seit fast 200 Jahren.

Von einem dritten existieren lediglich wenige Takte und Klavierskizzen. Am vergangenen Montag nun erklang in London erstmals eine von einer künstlichen Intelligenz komplettierte Fassung.

Ob Schubert selbst die Sinfonie als unvollendet empfand oder ob er sie in der zweisätzigen Form gar als vollendet ansah, darüber streiten Musikgelehrte seit beinahe 200 Jahren. An Versuchen, die Sinfonie zu „komplettieren“ hat es nicht gemangelt, doch konnten sie sich alle nicht durchsetzen. Jetzt also hat der chinesische Huawei-Konzern die Leistung seiner Neuroprozessoren dafür genutzt, Klangfarbe, Tonhöhen und Takte der vorhandenen ersten zwei Sätze der Sinfonie zu analysieren. Anschließend hat die KI Melodien für die fehlenden Sätze drei und vier „berechnet“.

Ganz ohne menschliche Hilfe ging es dann aber doch nicht: Um eine Orchesterpartitur zu erschaffen, die dem Stil der „Unvollendeten“ Schuberts treu bleibt, arbeiteten die Chinesen mit dem Komponisten Lucas Cantor zusammen. 

Ob die von der KI geschaffenen Harmonien auch dazu taugen, die Dissonanzen zwischen Huawei und der US-Regierung zu vertreiben, darf aber getrost bezweifelt werden.jdb