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Donnerstag, 21. März 2019

Bildung

Manfred Weber will Orbán-kritische Universität stützen

Von Wolfgang Schmitz | 14. März 2019 | Ausgabe 11

Bayern will laut CSU-Vize Manfred Weber Lehrstühle der von Schließung bedrohten Zentraleuropäischen Universität (CEU) in Budapest finanzieren.  „Ich möchte helfen, für die CEU Wege zu finden, damit sie ihre Arbeit fortsetzen kann“, sagte Weber Anfang der Woche der „Augsburger Allgemeinen“.

Weber ist auch Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei (EVP) bei der Europawahl im Mai.

Foto: Nicole Maier

Manfred Weber (EVP): „Wissenschaftsfreiheit ist für die Europäische Union elementar.“

Auf Druck der rechtsnationalen Regierung unter Premier Viktor Orbán verlegt die von dem ungarischstämmigen US-Philantropen George Soros gegründete und als liberal geltende Universität nach 26 Jahren den Großteil ihres Lehrbetriebs nach Wien. Die Universität sehe sich „gezwungen“, die ungarische Hauptstadt zu verlassen, teilte die englischsprachige Privatuniversität mit. „Das ist ein dunkler Tag für Ungarn, ein dunkler Tag für die akademische Freiheit in Ungarn“, kommentierte CEU-Rektor Michael Ignatieff den Entschluss. Ab September sollen die internationalen Studiengänge, denen die Universität ihren guten Ruf verdankt, nur noch in der österreichischen Hauptstadt angeboten werden.

Weber beabsichtigt, dass Bayern zwei Lehrstühle im Bereich Governance bezahlt, die an der Schnittstelle von Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Technik liegen. Ein dritter wäre als Stiftungslehrstuhl – dann wahrscheinlich in Budapest – denkbar, koordiniert von der TU München. In Partnerschaft mit der CEU untersucht die TUM dabei die Wechselwirkungen von Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Technik.

Weber und der CSU war in jüngster Vergangenheit immer wieder vorgeworfen worden, zu intensiv die Nähe von Orbán und seiner der EVP angehörigen Partei Fidesz gesucht zu haben. Weber argumentiert, überharte Kritik treibe den Regierungschef immer weiter von Europa weg und immer mehr in die Arme der Europagegner.

Inzwischen haben mindestens 13 EVP-Parteien aus zehn Ländern gefordert, Fidesz auszuschließen oder die Mitgliedschaft zumindest auszusetzen.