Passwort vergessen?  | 
 |  Passwort vergessen?  | 
Suche
  • Login
  • Login

Donnerstag, 16. November 2017, Ausgabe Nr. 46

Donnerstag, 16. November 2017, Ausgabe Nr. 46

Landtechnik

Mit robuster Sensorik zum Ertrag

Von Rolf Müller-Wondorf, Peter Kellerhoff | 9. November 2017 | Ausgabe 45

Datenstrom lässt Früchte in der Landwirtschaft sprießen.

1_Aufmacher (2)
Foto: imago/Martin Wagner

Digitalisierung und Prozessautomatisierungen verändern die Landwirtschaft. Landwirte werden dadurch entlastet, ihre Erträge gesteigert und die Umwelt geschont.

Die Zeiten von Old MacDonalds Farm sind endgültig vorbei. Heute hat die Digitalisierung Einzug gehalten in die Landwirtschaft und verändert die Branche nachhaltig. „Angesammelte Erfahrungen müssen in großem Maßstab in maschinenverarbeitbare Algorithmen umgewandelt werden, um daraus entsprechende Steuerungen entwickeln zu können“, weiß Thomas Herlitzius, Leiter des Lehrstuhls für Agrarsystemtechnik an der TU Dresden. Er erwartet weitreichende Veränderungen. „Das erfordert interdisziplinäre Zusammenarbeit vom Maschinenkonstrukteur über den Pflanzenkundler, Landwirt bis zum Betriebswirtschaftler, wie es sie bisher nicht gab.“

Der Wissenschaftler beschreibt im Vorfeld der Agritechnica aktuelle Trends, die unter dem Stichwort Landwirtschaft 4.0 auf der Fachmesse ab Sonntag in Hannover thematisiert werden. Beispielsweise wird hinterfragt, ob wirklich jede Landmaschine einen eigenen Bediener benötigt. Eine Alternative wäre das Konzept des Feldschwarms, bei dem kleine mobile Einheiten miteinander kommunizieren und wie ein großes Traktorengespann agieren.

Einen höheren Ernteertrag erhoffen sich die Forscher durch den Einsatz von Sensorik auf den Feldern. Ein Beispiel dafür ist die kameragestützte Saatbettbereitung. Dabei vergleicht ein Kamerasystem mit Bildauswertung den Sollwert der eingestellten Oberflächenrauigkeit mit der erzielten. Das Steuergerät regelt dann die Fahrgeschwindigkeit des Traktors sowie die Zapfwellendrehzahl der Kreiselegge so, dass das Saatbett gleichmäßig aufbereitet wird.

Allerdings steckt der Digitalisierungsprozess noch in den Kinderschuhen, wie Herlitzius bemängelt: „Nach wie vor fehlt es bei verschiedenen landwirtschaftlichen Prozessen an geeigneten robusten Sensoren, insbesondere für die Bodenbearbeitung.“ Geeignete Applikationen würden zwar in den Laboren verschiedener Hersteller entwickelt, doch auf die breite Anwendung für Bodeninformationen in Echtzeit müssen Landwirte noch warten.

INTERVIEW ZUM THEMA

BU 2

„Wer nicht übt, kommt aus dem Tritt“

Thomas Herlitzius, Leiter des Lehrstuhls für Agrarsystemtechnik an der TU Dresden, über die Digitalisierungstrends in der Landwirtschaft.

 

stellenangebote

mehr