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Donnerstag, 14. Dezember 2017

Klimaschutz

Nutzer von Dieselfahrzeugen besonders preissensibel

Von Stephan W. Eder | 28. September 2017 | Ausgabe 39

Steuervorteile für Dieselwagen sollten aus Sicht von Wirtschaftswissenschaftlern innerhalb der Europäischen Union komplett gestrichen werden. In Deutschland würde Diesel an der Zapfsäule dann um etwa 20 Cent/l teurer, und die Dieselnutzer würden dann etwa 14 % weniger tanken, so die Schätzung von Wissenschaftlern.

Als Folge könnte der Ausstoß von Kohlendioxid und Stickoxiden binnen fünf Jahren um rund 10 % sinken. Das geht aus einer Studie unter Leitung des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) in Berlin hervor, an der das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) mitarbeitete. Grund für sinkende Emissionen ist nach Angaben des Instituts vom Dienstag letzter Woche, dass Dieselfahrer auf höhere Spritpreise deutlich sensibler als bisher angenommen reagieren würden – und auch preissensibler als die Nutzer von Benzinfahrzeugen. Hintergrund dafür ist, dass der Anteil von Unternehmen bei den Besitzern von Dieselfahrzeugen in der EU größer ist als bei den Benzinern.

Die Forscher haben auf der Grundlage von EU-Daten – zum Beispiel über die Flottenzusammensetzung und den Spritkonsum – bestimmt, wie stark jeweils die Fahrer von Benzin- und Dieselautos auf höhere Spritpreise reagieren. Auf dieser Basis haben sie dann berechnet, wie sich Emissionen durch eine Abschaffung der Dieselsteuervorteile einerseits und durch eine CO2-Steuer auf beide Kraftstoffarten andererseits verändern würden. Alle EU-Mitgliedstaaten besteuern der Studie zufolge Dieselkraftstoff weniger als Motorbenzin – ausgenommen Großbritannien. Um den reinen Preiseffekt hervorzuheben, haben die Forscher angenommen, dass das Einkommen sowie die Fahrzeugflotte gleich bleiben.

Beide Politikmaßnahmen könnten demnach erheblich zur Senkung der NOX-Emissionen und Einhaltung der CO2-Reduktionsziele in der EU beitragen, so die Wissenschaftler. Und dies könnte kurzfristig gelingen – die Fahrzeughalter reagierten auf kurzelastische Preisanstiege beim Diesel empfindlicher als beim Benzin, so die Wirtschaftswissenschaftler. Der Steuerungseffekt durch den Wegfall der geringeren Besteuerung des Diesel könnte der gleiche sein, als wenn pro Tonne emittierten Kohlendioxids 50 € auf Diesel und Benzin zu zahlen wären. Zum Vergleich: Im EU-Emissionshandel wird derzeit die Tonne CO2 für knapp 7 €/t gehandelt.

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