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Sonntag, 21. Januar 2018

Stadtentwicklung

Offene Plattformen für Smart Citys

Von Rudolf Stumberger | 14. September 2017 | Ausgabe 37

Die Umsätze auf dem Smart-City-Markt sollen sich von heute bis 2022 auf 43,8 Mrd. € mehr als verdoppeln. Die erfolgreichsten Städte setzen laut Lars Riegel, Projektleiter einer Studie zu diesem Thema, auf offene Plattformen.

VDI nachrichten: Was verstehen Sie unter einer Smart City?

Lars Riegel rät Unternehmen zu Partnerschaften bei Smart City.

Riegel: Diese Frage habe ich mit meinen Kollegen zahlreiche Male und teilweise sogar kontrovers diskutiert. Wir sind letztendlich zu der folgenden Definition gekommen: Eine Smart City ist eine Stadt, die das Leben der Bevölkerung und der Besucher sowie die Voraussetzungen für erfolgreiches wirtschaftliches Handeln stetig zu verbessern sucht. Sie wird effizienter, technologisch fortschrittlicher, grüner und sozial inklusiver.

Lars Riegel

Warum liegen Städte wie Dubai oder Barcelona hier vorne?

Beide Städte sind im Hinblick auf die Einführung von Smart-City-Dienstleistungen top. Dubai betreibt mit dem nationalen Telekommunikationsunternehmen „Du“ eine offene Plattform. Auf dieser Plattform laufen bereits über 150 Smart-City-Initiativen. Auch Barcelona hat eine offene Plattform, die über 200 Initiativen vereint. Beide Städte konnten mit Smart-City-Diensten bereits merkliche Vorteile für die Bevölkerung erzielen. Beispielsweise konnte Dubai den CO2-Ausstoß um 17 % verringern und den Stadtverkehr um 7 % beschleunigen.

Die Studie

Wie stark soll dieser Markt voraussichtlich wachsen?

Der Smart-City-Markt boomt! Das durchschnittliche jährliche Wachstum wird 16,5 % betragen. Das ist ungefähr viermal schneller, als die deutsche Automobilindustrie in den letzten fünf Jahren im Schnitt gewachsen ist. Hier zeigt sich rapides Wachstum in allen Segmenten. Angeführt von dem Segment Bildung, das durch staatliche Investitionen in die Digitalisierung des Schul- und des Universitätssystems mit über 25 % pro Jahr wachsen wird.

 Wie steht es in Deutschland?

Deutschland steht international im Mittelfeld. Es fehlen offene Smart-City-Plattformen – die Basis für ein florierendes Smart-City-Ökosystem. Es gibt einige gute Initiativen in München, Stuttgart oder Berlin. Von Seiten der Politik müsste jedoch der klare Fokus auf die Etablierung von offenen Smart-City-Plattformen gesetzt werden. Den sehe ich in Deutschland leider kaum.

Was sollten Unternehmen tun?

Wir haben 50 Kompetenzen identifiziert, die im Smart-City-Ökosystem gebraucht werden. Kein Unternehmen der Welt kann auch nur annähernd die Hälfte davon abdecken. Es geht darum Partnerschaften proaktiv zu suchen. Wir sehen hier insbesondere auch Chancen für kleinere deutsche Unternehmen, eine attraktive Nische zu finden.

 

Welche Rolle wird die soziale Akzeptanz durch die Bürger spielen?

Der Bürger spielt eine zentrale Rolle. Die Nutzung der Dienste ist in der Regel kein Problem, da diese dem Bürger Zeitersparnis oder höheren Komfort bieten. Bürger lieben Smart-City-Dienste. Der Bürger sollte auch eine starke Rolle einnehmen und ein stärkeres Engagement der Regierung auf Bundes- und Stadtebene einfordern.

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