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Mittwoch, 24. Januar 2018

Verkehr

Rückenwind für leichte Elektromobilität

Von Peter Kellerhoff | 21. September 2017 | Ausgabe 38

Vom „Rentnerbeschleuniger“ über die Zweiradsportler bis hin zu Liefer- und Kurierdiensten – Zweiräder mit E-Motoren sind auf breiter Basis gefragt.

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Foto: (v.o.n.u.) Diederik van der Laan/Deutsche Post AG - Schaeffler/Stefan Pranjic Photography - Bosch/Futter-Fotodesign - Riese&Müller

Elektrisch in alle Nischen: Vom reinen Fahrrad bis hin zu Lastenmobilen reicht die Spannbreite der leichten Elektromobilität.

Eindeutige Gewinner in einem leicht schrumpfenden Fahrradgesamtmarkt sind die Bikes mit Elektroantrieb. „Mit einem Absatz von 2,64 Mio. Stück muss die Branche zwar einen Rückgang von 2,2 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hinnehmen“, sagt Siegfried Neuberger, Geschäftsführer des Zweirad- Industrie-Verbands (ZIV).

Gleichzeitig jedoch wächst laut ZIV der Markt mit höherpreisigen E-Bikes. 15 % aller von Januar bis Juni dieses Jahres verkauften Räder fahren bereits mit elektrischem Rückenwind, mittelfristig sollen es 30 % sein. Für das laufende Jahr rechnet die Branche mit einem Verkauf von 680 000 elektrisch betriebenen Fahrzeugen, was einem Wachstum von 12 % gegenüber 2016 entspricht.

 Noch machen E-City- und E-Trekkingbikes den Großteil der E-Bikes aus, doch die Zunahme von elektrifizierten Lasten- bzw. Cargorädern sei nach Angaben des Verbands bemerkenswert. Sie etablieren sich in einigen Bereichen – besonders in Innenstädten – als ernst zu nehmende und „grüne“ Alternative zu Autos und Lieferwagen.

Automobilzulieferer wie Continental, Schaeffler, Brose oder Bosch haben die Potenziale des Fahrradmarktes längst erkannt, der allein 2016 einen Gesamtumsatz von über 5 Mrd. € erwirtschaftete. So fertigt etwa Brose seit 2014 Elektromotoren für tretunterstützte Fahrräder. „Mehr als eine Viertelmillion haben wir 2017 im Markt“, erklärt Joachim Volland, Leiter der E-Bike-Antriebe bei Brose.

Bosch eBike Systems hat sich mittlerweile zum Weltmarktführer bei Antriebssystemen für Elektrofahrräder im Premiumsegment gemausert und Continental setzt statt auf die branchenüblichen 36-V-Systeme auf 48-V-Motoren – ein Wissenstransfer aus Contis Automotive-Einheiten. Der Vorteil: Über den einheitlichen Technologiestandard könnten Lösungen z. B. aus dem Bereich der Assistenzsysteme schnell für den jeweiligen Anwendungsbereich adaptiert werden. Denn die Zahl der Assistenzsysteme für E-Bikes nimmt kontinuierlich zu, Stichworte: Bordcomputer, Automatikschaltungen oder ABS-Bremsen.

Fahrradexperte Hannes Neupert sieht einen Typ klar auf dem Vormarsch: Das E-Lastenrad. „Das kann als Familienfahrzeug genutzt und Kinder reingesetzt werden. Im Umkreis bis 10 km kann damit alles erledigt werden.“ Und oft sei man noch schneller als mit dem Auto, insbesondere bei der Parkplatzsuche.

E-Bikes made in Germany erfreuen sich auch im Ausland immer größerer Beliebtheit. So stiegen 2016 die Exporte um 66 % auf 233 000 E-Fahrräder. Und der Markt wächst weiter rasant.

INTERVIEW ZUM THEMA

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„Da ist bei vielen noch ein Knoten im Kopf“

Elektrifizierte Fahrräder haben für Hannes Neupert, Geschäftsführer von Extra Energy aus Tanna, ein riesiges Potenzial. Für ihn kommen die Innovationstreiber aber aus anderen Branchen.

 

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