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Mittwoch, 17. Januar 2018

Fokus Weltklimakonferenz

Schaden schweißt zusammen

Von Stephan W. Eder | 2. November 2017 | Ausgabe 44

Auf der Agenda der Konferenz steht offiziell, dass die Regierungen ein Regelwerk erarbeiten. Die Finanzierung ist aber der Knackpunkt.

S1 Fokus Klima (2)
Foto: Ken Cedeno/Corbis/Getty Images

Unwetter, Hurricanes, Sturmfluten – der Schaden ist oft riesig. Die Betroffenen haben immer öfter Hilfe – auch Finanzmittel – nötig, um die Folgen bewältigen zu können.

Bonn gleicht im Vorfeld der Weltklimakonferenz (COP23), die am kommenden Montag beginnt, einem Bienennest. Mittendrin hat es ein Doppelrumpfkanu aus Fidschi aus dem Pazifik bis in die Bundesstadt geschafft – der Inselstaat ist eigentlicher Gastgeber der Veranstaltung. „Die Welt sitzt in einem Boot“, sagte letzte Woche Peniana Lalabalavu, Chefkoordinatorin der fidschianischen COP23-Präsidentschaft.

Da ist im übertragenen Sinn durchaus etwas dran: Seit 2015 in Paris das Weltklimaabkommen unterzeichnet wurde, gilt, dass wirklich alle etwas tun müssen: „Wir haben weitestgehend die Dichotomie zwischen sogenannten Industrie- und Entwicklungsländern überwunden. Jeder muss sich letztlich in den nächsten Jahrzehnten dekarbonisieren“, erklärt Karsten Sach, Abteilungsleiter im Bundesumweltministerium, der seit Jahren für die deutsche Bundesregierung an den Weltklimakonferenzen teilnimmt.

In Bonn werde, so Nick Nutall, Sprecher des UN-Klimasekretariats UNFCCC, das Betriebshandbuch dafür geschrieben, wie der Vertrag von Paris umgesetzt werden soll. „Die Leute müssen wissen, wie und was sie tun müssen, in Bezug auf die Berichterstattung, die Überwachung und die Verifikation von Treibhausgasemissionen.“

Was der Vertrag von Paris nicht geregelt habe, seien die Finanzen, so Nutall: „Fließt genügend Geld zwischen Nord und Süd?“ – damit Entwicklungsländer das Nötige tun können, um sich nachhaltig zu entwickeln. Die Frage werde in Bonn ein wichtiges Thema sein, so Nutall. Auch wer Großtechnologien, zum Beispiel für Geoengineering, entwickeln will, um in ein oder zwei Jahrzehnten der Atmosphäre aktiv Treibhausgase entziehen zu können, braucht Geld. Viel Geld.

Die Umverteilung der Geldströme habe begonnen, verdeutlicht Uwe Berghaus, Vorstand der DZ Bank. Kohleprojekte hätten es ihm zufolge schwer. „Auch die DZ Bank finanziert keine neuen Kohleprojekte mehr. Denn für Banken spielen neben wirtschaftlichen Kriterien vor allem ökologische Gesichtspunkte eine immer größere Rolle bei Investitionsentscheidungen.“

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