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Sonntag, 21. Januar 2018

Werkstoffe

Stoff aus dem Träume sind

Von Martin Ciupek | 20. Oktober 2016 | Ausgabe 42

Die Automobilbranche bleibt einer der wichtigsten Innovationstreiber für den Einsatz von Kunststoffen und darauf basierender Hybridbaugruppen.

S1 Aufmacher (2)
Foto: BASF

Form und Funktion: Am Konzeptfahrzeug RN30 zeigt BASF auf der Messe K, was Kunststoffe im Automobil leisten können.

Kunststoff oder Metall? Diese Frage hört man im Automobilbau immer seltener. Beide Werkstoffgruppen haben sich inzwischen fest etabliert. Um den Leichtbau weiter voranzutreiben, gilt es nun die nächste Hürde zu nehmen – die Hybridbauweise, welche die Vorteile beider Werkstoffgruppen miteinander vereint.

Anlässlich der Kunststoffmesse K, die vorigen Mittwoch in Düsseldorf eröffnet wurde, erklärte Thorsten Kühmann, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbands Kunststoff- und Gummimaschinen: „Es geht nicht nur darum, Kunststoff immer dünner zu machen, sondern intelligente Materialkombinationen zu finden.“ Für den Maschinenbauexperten sind das beispielsweise Kombinationen aus Metallen und Faserverbundkunststoffen. „Die Technologien dafür werden gerade geschaffen“, sagte Kühmann. Dadurch entstehe ein neuer Markt, der sowohl für Hersteller von Maschinen für die Kunststoffindustrie als auch für die Textil- und Metallbranche interessant sei.

Ein Beispiel dafür ist die Serienfertigung von Bodenwannen für batteriebetriebene Fahrzeuge, die beim VW-Konzern gerade erprobt wird. Die Kunst besteht dabei darin, die faserverstärkten Kunststoffe und zur Verschraubung benötigte Metallösen zuverlässig zu verbinden. Sowohl der österreichische Kunststoffmaschinenhersteller Engel als auch der bisher eher in der Metall- und Holzverarbeitung tätige Krefelder Maschinenbauer Siempelkamp haben für die Fertigung der Batteriewanne Maschinenkonzepte entwickelt. Diese sollen in der Elektrohybridversion des VW-Passat eingesetzt werden. Wer am Ende den Zuschlag erhält, ist offen.

Neben Hybridkonzepten beschäftigen die Digitalisierung und der 3-D-Druck die Branche. „Beim 3-D-Druck tut sich eine neue Welt auf“, sagt Ulrich Reifenhäuser, Vorsitzender des Ausstellerbeirates der K 2016. Für den geschäftsführenden Gesellschafter der Reifenhäuser Maschinenfabrik in Troisdorf ergeben sich dadurch komplett neue Gestaltungsmöglichkeiten.

Die Digitalisierung der Branche bewertet er dagegen als laufenden Prozess. „Das geht eher in die Organisation“, sagt Reifenhäuser. Er betrachtet Industrie 4.0 als Managementplattform, in der Daten gesammelt werden, um Effizienz und Qualität weiter zu verbessern. Die Kunststoffindustrie stehe hier am Anfang.

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