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Dienstag, 23. Januar 2018

IW-Konjunkturampel

Weltkonjunktur bleibt im Tritt

Von Michael Grömling | 21. Dezember 2017 | Ausgabe 51

Die Wirtschaftslage in den USA, China und der Euroraum zeigt freundliche Perspektiven. Das wird die deutschen Exporte weiter beleben.

Die Signale leuchten für den Euroraum, für die USA und für China deshalb nicht durchgehend grün, weil es keine relevanten Verbesserungen gab. Die Weltkonjunktur zeigt sich auf gutem Niveau stabil.

Die Stimmung in den meisten deutschen Chefetagen ist gut. Im Verlauf dieses Jahres haben sich einige Befürchtungen – vor allem eine Abschwächung der Weltwirtschaft infolge eines zunehmenden Protektionismus – nicht bewahrheitet.

Im Gegenteil, die globale Konjunktur hat trotz weiter bestehender politischer Risiken an Fahrt aufgenommen. Damit gewinnt die wirtschaftliche Dynamik in Deutschland wieder an Breite. Die robuste Weltkonjunktur wird auch die Exporte weiter beleben. Neben dem Konsumwachstum werden die Anlageinvestitionen die deutsche Konjunktur im kommenden Jahr antreiben. Die Beschäftigung bleibt auf Rekordkurs.

Diese zuversichtlichen Aussichten belegt die IW-Konjunkturumfrage: Knapp die Hälfte der befragten 2900 Unternehmen geht von einer höheren Produktion im kommenden Jahr aus und nur knapp 9 % erwarten einen Rückgang. Der Auftrieb wird in der Industrie, im Dienstleistungssektor und in der Bauwirtschaft zu sehen sein.

Wie robust die Weltkonjunktur ist, zeigt der Blick auf die IW-Konjunkturampel. Sie leuchtet für den Euroraum, für die USA und für China nicht durchgehend grün – was bei den jeweiligen Indikatoren eine merkliche Verbesserung gegenüber den vorhergehenden drei Monaten widerspiegeln würde. Aber es zeigt sich eben auch nirgends ein rotes Signal.

Die chinesische Wirtschaft, die für die globale Entwicklung mittlerweile eine tragende Rolle einnimmt, hat in den letzten Monaten etwas an Dynamik eingebüßt.

Von den sechs hier verfügbaren Indikatoren leuchtet nur noch die Hälfte grün, die andere Hälfte gelb. Die staatlichen Investitionsprogramme, die für den Schub in diesem Jahr maßgeblich waren, laufen mehr und mehr aus.

Der private Konsum treibt zwar auch zunehmend die Konjunktur an. Allerdings muss dabei die ansteigende Inlandsverschuldung Chinas im Blick gehalten werden. Ein risikofreier Selbstläufer ist die Konjunktur der Volksrepublik jedenfalls nicht.

In den USA hat sich das Konjunkturbild in den letzten Monaten wieder leicht verbessert. Vor allem im Industriebereich war zuletzt ein spürbarer Auftrieb zu sehen. Allerdings zeigten sich bislang keine weiteren Erfolge am Arbeitsmarkt. Konsum, Exporte und Investitionen treten ebenfalls mehr oder weniger auf der Stelle. Möglicherweise setzen die Steuerpläne positive Impulse. Große Sprünge sind aber nicht zu erwarten.

Freundlich sind und bleiben die Wirtschaftsaussichten für den Euroraum. Die Lage am Arbeitsmarkt bessert sich in vielen Ländern, Konsum und Investitionen kommen in Schwung. Alles in allem bleibt die Weltkonjunktur im kommenden Jahr im Tritt.

Vielmehr Tempo als in diesem Jahr ist aber nicht zu erwarten. Und das setzt voraus, dass es zu keinen ernsthaften politischen Krisen und somit zu ökonomischen Verunsicherungen kommt. pst

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