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Mittwoch, 20. Februar 2019

Smart-Citys

„Wesentliche Voraussetzung für die Energiewende“

Von Stephan W. Eder | 7. Februar 2019 | Ausgabe 06

Thomas Bareiß, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschafts- und -energieministerium, zum Messeschwerpunkt „Smart City“ der E-World.

VDI nachrichten: Herr Bareiß, was hat „smart“ mit dem Thema Klimaschutz und Energiewende zu tun?

Foto: www.thomas-bareiss.de

Thomas Bareiß betont, wie wichtig der kommende Smart-Meter-Rollout für die Smart City ist.

Bareiss: Intelligente Systeme sind eine wesentliche Voraussetzung für die Energiewende. Zukünftig ist bei einem hohen Aufkommen an fluktuierender Erzeugung aus erneuerbaren Energien in einem sehr viel höheren Umfang flexibles Verhalten aller beteiligten Akteure erforderlich. Das betrifft Erzeuger, Handel und Vertrieb sowie Netzbetreiber und Verbraucher gleichermaßen.

Ein Instrument ist eine möglichst zeitgleiche, in jedem Fall aber eine sehr zeitnahe automatisierte Verarbeitung von großen Mengen entsprechender Daten. Das kann nur eine digitalisierte Infrastruktur leisten. Insofern trägt die Digitalisierung wesentlich dazu bei, dem Stromsystem eine nachhaltige Struktur zu geben.

Bei den Stromnetzen hakt es ebenso wie bei den Breitbandnetzen – beides braucht es für Energiewende und Smart Citys. Welches Netzthema ist dringender? Kann man beides kooperiert angehen und ausbauen?

Beide Netzthemen sind mit Blick auf die Zukunfts- und Innovationsfähigkeit in Deutschland von großer Bedeutung. Energie- und Breitbandnetze gehören meistens unterschiedlichen Akteuren, weshalb eine gemeinsame Planung nicht ohne Weiteres möglich ist.

Synergiepotenziale beim Ausbau eröffnet das DigiNetz-Gesetz von 2016, das auch die Mitnutzung der bestehenden Infrastruktur regelt. So können beispielsweise Energienetze, die noch Kapazitäten frei haben, künftig für die Verlegung von Glasfaserkabeln und weiteren Übertragungstechnologien mitgenutzt werden. Das senkt die Kosten für die Netzbetreiber erheblich und beschleunigt die Netzanbindung der unterversorgten Gebiete.

Endlich gibt es ein zertifiziertes Smart-Meter-Gateway. Sie haben Smart Metering als „Grundlage für die Digitalisierung“ im Energiesektor benannt. Warum? Die Digitalisierung erfasst den Sektor doch schon längst – auch ohne Smart-Meter-Rollout.

Smart Meter ist ein ganz wichtiger Bestandteil der Digitalisierung. Beim Privatverbrauch und bei der Frage, wie wir die E-Mobilität, die Wärmegewinnung vor Ort und natürlich auch den Stromverbrauch zusammenbringen können. Da halte ich Smart Meter für unverzichtbar.

Da wir bei den größeren Verbrauchern ab 10 000 kWh jetzt mit dem Rollout beginnen, ist es wichtig, dass wir da vorankommen, damit wir auch die Werkzeuge dafür haben, um das Thema Digitalisierung umzusetzen. Es braucht auch die ganz konkrete technische Umsetzung vor Ort, damit wir das Messen, das Steuern und die Schnittstellen auch hinbekommen. Und das wird durch Smart Meter ohne Frage gewährleistet.

Was unternimmt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, um Smart Citys im Zusammenhang mit der Energiewende zu fördern?

Teile von Smart Citys werden zukünftig entsprechende Stromnetze, entsprechende Messsysteme und Steuerboxen für flexible Verbraucher sowie die Elektromobilität sein. Wir haben zum einen den nötigen Rechtsrahmen u. a. mit dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende geschaffen. Zum anderen fördert das BMWi – als Beitrag zur Weiterentwicklung der Energiewende – in verschiedenen Programmen die Erprobung und den Einsatz intelligenter Technik, die auch und gerade im städtischen Raum eingesetzt wird.