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Samstag, 16. Februar 2019

Nachfolgeregelung

Argloser Mittelstand

Von Wolfgang Schmitz | 8. Februar 2018 | Ausgabe 06

Die KfW warnt vor Verlust der Wettbewerbsfähigkeit, Mittelstandsforscher betonen Chancen.

Mittelstand BU
Foto: panthermedia.net/K. T. Segundo

Verwaiste Chefsessel drohen vielen Firmen, die sich nicht rechtzeitig um Nachfolger kümmern.

Nicht weniger als 100 000 der 236 000 kleinen und mittleren Firmen, die in diesem und im nächsten Jahr die Nachfolge an der Spitze regeln wollen, haben bisher keinen Kandidaten gefunden oder noch nicht mit der Suche begonnen. Das geht aus einer Studie der Förderbank KfW hervor. Insgesamt ziehen sich demnach in den kommenden fünf Jahren die Chefs von 842 000 Betrieben in den Ruhestand zurück – mit oder ohne Nachfolger. Von dieser Entwicklung sei gut jeder fünfte der insgesamt 3,7 Mio. Mittelständler hierzulande betroffen.

Vor diesem Hintergrund seien negative Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit nicht ausgeschlossen – vor allem, wenn Unternehmer sich zu spät oder gar nicht mit der Frage nach dem Fortbestand ihres Betriebes befassten. „Es besteht die Gefahr, dass Unternehmen nicht weiterentwickelt werden, ihr Wert sinkt und damit auch die Chance, sich erfolgreich am Markt zu behaupten“, warnt der Chefvolkswirt der Förderbank KfW, Jörg Zeuner. „Der Generationenwechsel muss daher eines der Top-Themen sowohl in den Chefetagen des Mittelstands als auch in der wirtschaftspolitischen Agenda hierzulande sein.“

Weniger als Gefahr denn als Chance betrachtet Rosemarie Kay, stellvertretende Geschäftsführerin des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM), die Entwicklung. „Die KfW ermittelt die Zahl der bevorstehenden Unternehmensnachfolgen auf der Basis von Absichtserklärungen befragter Inhaber von Unternehmen mit Jahresumsätzen von bis zu 500 Mio. €.“ Auf diese Weise würden auch Unternehmen berücksichtigt, die nach Ansicht des IfM nicht zukunftsfähig sind, weil ihr Mindestertragswert zu niedrig sei. Eine Übernahme wäre daher auch ökonomisch nicht sinnvoll. Wegen der zunehmenden Alterung der Unternehmer werde die Zahl der zu erwartenden Übergaben höher sein als in der vorangegangenen Schätzung, aber deutlich unter der KfW-Prognose liegen. „Wir halten die von der KfW veröffentlichten Zahlen ebenso für deutlich überschätzt wie die damit vermeintlich verbundenen Probleme.“ Fluktuationen seien „ein wesentliches und notwendiges Kennzeichen einer marktwirtschaftlich geprägten Volkswirtschaft“.