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Donnerstag, 21. März 2019

Kommentar

Baustelle Bau

Von Wolfgang Schmitz | 14. März 2019 | Ausgabe 11

Mit gedämpftem Optimismus schaut die Bauindustrie in die nahe Zukunft. Zwar schwächelt der weltweite Bauboom, die deutsche Baubranche aber widersetzt sich bislang und voraussichtlich auch 2019 diesem Trend, wie eine Studie der Kreditversicherungsgruppe Euler Hermes prophezeit.

Foto: VDIn/Zillmann

Wolfgang Schmitz, Redakteur: Bereitschaft zur Transparenz ist gefordert.

Einige wesentliche Entwicklungen machen dem Bau aber schwer zu schaffen. Immer mehr Fachkräfte nähern sich dem Rentenalter. In einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages im Jahr 2010 nannten 21 % der Unternehmen des Baugewerbes den Fachkräftemangel als große Gefahr für die eigene wirtschaftliche Entwicklung, acht Jahre später stimmten dieser Aussage 79 % der befragten Arbeitgeber zu.

Der zweite Knackpunkt ist die zunehmende Digitalisierung von Bau und Gebäudetechnik. Digitale Werkzeuge (Stichwort BIM) steigern bereits in der Planungsphase Effizienz und Qualität und senken die Fehlerquote. Auch die Gebäude selbst werden immer digitaler, Smart-Home-Systeme sorgen im Gebäudeinnenleben und darüber hinaus für die Rundumvernetzung. Das wiederum hebt den Anspruch an die Instandhaltung.

Für die Bewältigung dieser Aufgaben fehlt es noch an genügend dafür qualifizierten Facharbeitern und Ingenieuren. Denn neben fachlichen Kenntnissen spielen auch die Faktoren Kommunikation und Bereitschaft zur Transparenz eine wachsende Rolle. Je stärker ein (Groß-)Projekt umweltrelevant ist und die öffentliche Meinung erregt, desto erklärungsbedürftiger ist es. Wer könnte das besser als Ingenieure? Vor allem große Bauprojekte erfordern einen ganzheitlichen Ansatz, also auch Kenntnisse in Recht und Betriebswirtschaft. Dabei spielen die Kosten eine elementare Rolle. Bei öffentlichen Aufträgen bekommt nicht zwangsläufig das Unternehmen den Zuschlag, das die technisch aufsehenerregendste Lösung anbietet, sondern eher dasjenige, das das finanziell attraktivste Angebot macht.

Der Beruf des Bauingenieurs ist spannend und bietet viel Gestaltungsspielraum. Insbesondere auf Großbaustellen herrschen aber ein harter Ton und nicht selten viel Stress. Darüber sollten sich Studieninteressierte im Klaren sein. Eine Herausforderung ist der Beruf allemal.