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Donnerstag, 21. Februar 2019

Weiterbildung

Gesundheit hat Zukunft

Von Chris Löwer | 17. Mai 2018 | Ausgabe 20

Die Gesellschaft wird immer älter. Die Herausforderungen an die Medizintechnik steigen entsprechend. Der MBA Health Care hilft Ingenieuren, die anstehenden Aufgaben zu meistern.

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Foto: panthermedia.net/stnazkul

Am Nerv der Zeit: Ingenieure haben an der Schnittstelle von Technik, Medizin und Management gute Karten.

Kliniken werden wie Unternehmen geführt, im gesamten Gesundheitssektor steigt der Kostendruck, Medtech-Unternehmen kalkulieren spitz – womit die Ansprüche an Führungskräfte im Gesundheits- und Sozialwesen wachsen. „Die Zeit, Gesundheitsdienstleistungen nur zu verwalten, ist unwiderruflich vorbei, sie müssen gut gemanagt werden – allein schon, um die Kostenexplosion einzudämmen“, sagt Rainer Sibbel, akademischer Direktor des MBA International Health-Care-Management an der Frankfurt School of Finance & Management. Gerade im Bereich Medizintechnik gelte es, technische Expertise mit kaufmännischer Kompetenz zu verbinden. Auch das macht den MBA Health Care für Ingenieure so interessant. Wer glaubt, es handele sich hierbei um eine Domäne für Ärzte, der irrt.

„Da Biotechniker und Medizintechniker an der Schnittstelle zum Markt arbeiten, etwa als Produktverantwortliche im Kontakt mit Kunden, sind betriebswirtschaftliche Kenntnisse gefragt“, erklärt Sibbel. Aber auch eine Reihe anderer Motive mache den MBA Health Care für Ingenieure interessant: Neben dem Aufstieg in Führungspositionen, auch über den Seitenwechsel zu einem Beraterjob, warten bei entsprechender Qualifikation etliche lukrative Offerten. „Interessant ist die Ausbildung auch für Ingenieure, die planen, im Vertrieb oder im Marketing in führender Position tätig zu sein“, sagt Sibbel. Und vor allem im IT-Bereich: „Das ist das Top-Thema schlechthin.“ Telemedizin, E-Health, vernetzte Informationssysteme sind nur einige Stichworte.

Entsprechend reich sind die inhaltlichen Ausdifferenzierungen der MBA-Angebote. Hier müssen Ingenieure sehr genau schauen, was zu ihren Plänen passt. Meistens sind die Programme als berufsbegleitende Präsenzstudien ausgelegt, um den MBA mit dem Job vereinbaren zu können. Die Universität Erlangen-Nürnberg bietet einen Fernstudiengang an, wobei nahezu alles im Selbststudium gelernt wird. Im Schnitt müssen für den MBA Health Care drei bis vier Semester, also bis zu zwei Jahre, investiert werden.

Breit gefächert sind auch die Kosten. Laut Angaben des Portals geht es bei 6000 € los, die die Universität Erlangen-Nürnberg verlangt, und endet bei 29 000 €, die die Munich Business School in Rechnung stellt. Dazwischen tummeln sich die Angebote der Universität Hamburg mit 12 800 €, der Graduate School Rhein-Neckar (15 900 €), der Hochschule Furtwangen (16 500 €) und der Universität Potsdam sowie der TH Ingolstadt (beide 17 700 €).

Trotz unterschiedlicher Schwerpunkte der Angebote stehen bei allen Gesundheitsökonomie sowie Leadership Skills rund um Personal- und Unternehmensführung an herausragender Stelle. Aber auch auf juristische Fragestellungen sollten sich Ingenieure gefasst machen. Tendenziell sind die Programme stark international geprägt, womit der Internationalisierung der Medtech- und Pharmabranche Rechnung getragen wird.

So setzt das berufsbegleitende und englischsprachige Studium „Medical Devices & Health Care Management“ an der International Business School Tuttlingen auf eine internationale, praxisnahe Aus- und Weiterbildung mit Experten aus Industrie und Wirtschaft. Medizintechniker sind hier gerne gesehen. Die Studiengangleiter versprechen Interessenten und Bewerbern: „Absolventen haben sehr gute Jobchancen in der Medizintechnik sowie im klinischen und pharmazeutischen Bereich.“

Als Arbeitgeber kommen aber auch staatliche Gesundheitsbehörden infrage. Glänzende Berufsaussichten werden auch Absolventen des „MBA International Health Care Management“ der Frankfurt School of Finance & Management versprochen. Voraussetzung sind unter anderem mindestens drei Jahre Berufserfahrung im Bereich Health Care, etwa als Produktverantwortlicher. Besonderheit ist die strikte internationale Ausrichtung. Während des 20-monatigen MBA führen Reisen nach Indien, Singapur, Großbritannien, Dubai und in die USA, um dort die jeweiligen Gesundheitssysteme zu studieren, die sich zum Teil erheblich von dem deutschen Sozialversicherungsmodell unterscheiden. Dozenten, Professoren und Studierende sind ebenfalls international – sehr gute Englischkenntnisse der Teilnehmer sind also ein Muss.

Der Studiengang ist berufsbegleitend und besteht aus acht Präsenzmodulen sowie einem Online-Modul. Die Studenten können (und müssen) weiterhin im Bereich Health Care arbeiten und nebenbei das Programm absolvieren. Das Studienformat ist an die Bedürfnisse Berufstätiger angepasst: Die Präsenzveranstaltungen finden alle zwei bis drei Monate statt und dauern rund eine Woche.

Zwar zahle sich der Karriereschritt auch finanziell aus, sagt Studiengangleiter Sippel, doch das sei nicht das Entscheidende: „Wesentlich ist, dass sich die Teilnehmer weiterentwickeln und sich ihnen neue berufliche Perspektiven eröffnen.“

Und die sind exzellent: „Die Berufsaussichten in der Medizintechnologiebranche sind für Ingenieure und Medizintechniker ausgezeichnet“, meldet Manfred Beeres, Sprecher des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed). „Die Unternehmen suchen vor allem die gesamte Bandbreite der Ingenieure: vom klassischen Maschinenbauingenieur über Elektrotechniker bis zu Ingenieuren mit Kenntnissen in der IT-Systemintegration.“