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Mittwoch, 17. Januar 2018

Erkältung und Arbeit

Grippewelle im Büro entkommen

Von Claudia Burger | 24. November 2016 | Ausgabe 47

41 % der Angestellten haben Sorge, sich krank schreiben zu lassen. Die Gesundheitsexpertin Annina Jenal gibt Tipps, wie man am Arbeitsplatz gesund bleibt.

Erkältung BU1
Foto: panthermedia.net/Andry Popov

Schniefende Nasen: Jeder zehnte Deutsche lässt sich zum Ärger der Kollegen bei einer Erkältung nicht krankschreiben.

Es wird gehustet, geschnieft und gekrächzt. In der kalten Jahreszeit ist das Immunsystem geschwächt, Büros mutieren zu Viren- und Bakterienherden. Denn mehr als jeder Zehnte lässt sich bei einer Erkältung nicht krankschreiben. Zu diesem Ergebnis kam die Deutsche Gesellschaft für Gesundheitsinformationen im Netz mbH (Degin) mit ihrem Verbraucherportal www.erkaeltet.info in einer Umfrage.

Die Mehrheit quält sich bei einer Erkältung oder Grippe meist an den Arbeitsplatz. Und dann erwischt es gleich mehrere Kollegen. Doch wie kann man am Arbeitsplatz gesund bleiben? Das Wichtigste ist die Hand- und Bürohygiene. Viren und Bazillen verbreiten sich am häufigsten über die Hände. Damit Viren nicht in die Schleimhäute eindringen, sollte man sich möglichst nicht mit den Händen ins Gesicht fassen. Regelmäßiges Händewaschen und Desinfizieren ist Pflicht. Laut Umfrage haben 55 % der Büros keinen verschließbaren Abfalleimer. Dabei gilt besondere Vorsicht bei Abfalleimern ohne Deckel: Ein Papierkorb voller benutzter Taschentücher birgt ein hohes Ansteckungsrisiko. Türklinken, Lichtschalter und Tastaturen sollten regelmäßig gereinigt werden.

Gut belüftete Räume sind eine weitere Präventionsmaßnahme. Fast die Hälfte der Befragten gibt an, dass die Heizung an kalten Tagen voll aufgedreht ist. Die Medizinerin Annina Jenal rät davon ab: „Keime sind in trockener Heizungsluft flugfähiger und können dadurch leichter eingeatmet werden. Überheizte Räume trocknen zudem die Schleimhäute schneller aus. Die Flimmerhärchen der Nase und Lunge transportieren Erreger dann schlechter ab. Sie können leichter eindringen und sich vermehren.“

Um Krankheitserregern keine Chance zu geben, sollten die Angestellten die körpereigene Abwehr stärken. Eine gesunde Ernährung, insbesondere mit Vitamin C, stärkt das Immunsystem. Jeder siebte Arbeitgeber stellt wöchentlich einen Obstkorb zur Verfügung.

Nach dem Mittagessen kurbelt ein Spaziergang das Immunsystem an. „Genauso wichtig wie Bewegung sind für den Körper Ruhephasen“, erklärt Jenal. Denn auch ausreichender Schlaf stärkt den Körper nachweislich.

Doch welche Rechte und Pflichten haben die Arbeitnehmer, falls es sie doch erwischt hat? Aus der Studie geht hervor, dass 41 % der Angestellten Sorge haben, sich krankschreiben zu lassen, bei den Selbstständigen sind es 28 %. Vier von zehn möchten bei Kollegen nicht negativ auffallen.

Fast die Hälfte sagt, dass ihr Arbeitgeber nicht gern sieht, wenn sie sich wegen einer Erkältung oder Grippe krankschreiben lassen. Andererseits weist ein Drittel der Arbeitgeber bei Erkältungsanzeichen der Mitarbeiter explizit darauf hin, Rücksicht auf Kollegen zu nehmen.

Gleichzeitig erwartet jeder fünfte Arbeitgeber von den Mitarbeitern, dass sie im Krankheitsfall telefonisch erreichbar sind oder ihre Mails von zu Hause aus beantworten. Generell darf der Arbeitgeber das nicht von den krankgeschriebenen Mitarbeitern verlangen. Falls der Erkrankte Informationen besitzt, die für den Betriebsablauf essenziell sind, sollte er nach gängiger Rechtsauffassung nach Möglichkeit telefonisch erreichbar sein. 

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