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Donnerstag, 21. März 2019

Hoch- und Tiefbau

Gute Auftragslage, steigende Vergütung

Von Dawid Gryndzieluk | 14. März 2019 | Ausgabe 11

Wer viel zu tun hat, braucht viele helfende Hände. Das spiegelt sich in den Rekrutierungszahlen des Baugewerbes wider.

Etwa 25 000 neue Stellen haben die Unternehmen geschaffen. Damit existierten im Jahresdurchschnitt 2018 rund 837 000 Arbeitsstellen im deutschen Baugewerbe.

Dieter Babiel, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes Deutsche Bauindustrie (HDB), erwartet, dass im laufenden Jahr etwa 18 000 Beschäftigungen entstehen werden. Denn laut einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags plant jedes vierte Unternehmen der Branche, einzustellen.

Die Umsätze stiegen durch die Auftragslage um 11,3 % im Vergleich zum Vorjahr auf 127 Mrd. €.

Das geringste Auftragsplus wies der öffentliche Hochbau mit 4,2 % auf. Der öffentliche Tiefbau hingegen profitierte stark und konnte 11,7  % mehr Arbeit an Land ziehen. Der HDB erklärt dies mit dem Ausbau des Breitbandnetzes.

Hohe Investitionen der Deutschen Bahn und in der Industrie führten dazu, dass der Wirtschaftsbau 12,3 % mehr Aufträge als noch 2017 erhielt.

Der deutsche Bauingenieur verdiente 2018 zudem durchschnittlich 38 % mehr als noch vor elf Jahren. Das geht aus einer Erhebung des Statistischen Bundesamts hervor. Seit 2007 stieg das Durchschnittsgehalt aller Berufsgruppen im Hoch- und Tiefbau auf 3808 €. Damit erzielten Arbeitnehmer im Baugewerbe 2018 etwa 92 % des durchschnittlichen Gehalts im verarbeitenden Gewerbe (u. a. Maschinenbau, Elektrotechnik und Chemie).

Sogenannte herausgehobene Facharbeiter, zu denen Ingenieure und Meister zählen, verdienten im Jahre 2018 etwa 40 % mehr als im Referenzjahr 2007. Mit einem Plus von 45 % sind führende Fachkräfte die klaren Gewinner dieser Gehaltsentwicklung.

Angehende Bauingenieure können sich also auf mehr Geld und Aufträge freuen – nicht unbedingt nur auf deutschen Baustellen. Die Leiterin Politik und Kommunikation beim HDB, Inga Stein-Barthelmes, erläutert, dass der Ingenieur mitbestimmt, wo er arbeiten wird: „Bei den großen Bauunternehmen können Sie ganz präzise angeben: Ich würde gerne ins Ausland gehen, etwa nach Argentinien – oder mein Schwerpunkt bleibt Berlin.“

Stein-Barthelmes erinnert daran, dass Kommunikation auf der Baustelle einen hohen Stellenwert habe, da verschiedene Berufsgruppen unter Zeitdruck zusammenarbeiten. „Ich muss den Gegenüber verstehen können, dazu brauche ich ein gewisses Basiswissen und Antworten auf Fragen wie: Was ist das Problem des technischen Gebäudeausstatters oder des Handwerkers auf der Baustelle?“

Moderne IT-Konzepte wie Building Information Modeling könnten zwar helfen, Verantwortungen eindeutig zu verteilen, erklärt die HDB-Sprecherin, doch letztlich sei die Kommunikation Auge in Auge essenziell: „Das Verständnis muss vorhanden sein.“